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Zwölfuhrläuten Waldershof in der Oberpfalz

Eigentlich stehen ja in Waldershof vier Kirchen: die alte Pfarrkirche aus dem Jahr 1821, die neue von 1968, die so genannte Werktagkirche und die Kirche der evangelischen Gemeinde. Das sind ganz schön viele für die kleine Stadt mit ihren rund 4300 Einwohnern ganz im Norden der Oberpfalz.

Von: Regina Fanderl

Stand: 07.10.2018 | Archiv

Doch ist es zugegebenermaßen ein ganz anderes Bauwerk, das zuerst die Blicke des Besuchers auf sich zieht: das stattliche Schloss Waldershof, dem man auch nach mehreren Umbauten ansieht, dass es ursprünglich eine Burg war. Die Landgrafen von Leuchtenberg schenkten sie 1263 dem Kloster Waldsassen.
In einer weiten Talsenke des ehemaligen Stiftlands gelegen, ist die Stadt, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen, schnell gewachsen. Viele Leute fanden damals in der Porzellanfabrikation Arbeit, deren Tore allerdings auch hier geschlossen sind.

Neue Kirche ohne Turm

Im Jahr 1966 war die alte Pfarrkirche St. Sebastian zu klein geworden. Für die katholischen Christen entstand stattdessen ein massiver Betonbau in der Form eines riesigen Zeltes, in dem die Liturgie ganz nach den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils feierlich zelebriert werden konnte. Beachtenswert ist der Tabernakel, der als brennender Dornbusch gestaltet wurde, aber auch Anklänge an den Siebenarmigen Leuchter beinhaltet, der an die Zeit der Wüstenwanderung der Israeliten erinnert.

Ein neuer Kirchturm war nicht vorgesehen, da der alte weiterhin als Glockenträger benutzt werden konnte. Nachdem die alten Glocken im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurden, bekam die Stadtpfarrei St. Sebastian im Jahre 1946 fünf neue Bronzeglocken vom damaligen Glockengießer "Karl Hamm aus Regensburg". Am heutigen Sonntag klingen sie zum 50. Weihefest der Kirche weit ins Land hinaus.


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