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Zwölfuhrläuten Seligenporten-Pyrbaum in der Oberpfalz

"Felix Porta", die "selige" oder "glückliche" Pforte, so lautet der Name des 1242 gegründeten Nonnenklosters sowie des ganzen Ortes hier im äußersten Westen der Oberpfalz. Wie viele andere Klöster, so erlebte auch Seligenporten eine sehr wechselvolle Geschichte.

Von: Armin Reinsch

Stand: 02.08.2020 | Archiv

Reformation und Säkularisation unterbrachen das zu großer Blüte gekommene geistliche Leben, das zunächst von Zisterzienserinnen, dann von Salesianerinnen und im 20. Jahrhundert für kurze Zeit wieder von Zisterziensern geprägt wurde.

Gotisches Erscheinungsbild bewahrt

Von den Klostergebäuden sind heute nur noch wenige Teile zu sehen. In ihrer Gesamtheit bewundern können wir aber noch die nun als Pfarrkirche dienende, monumentale Klosterkirche. Sie entstand im 13. und 14. Jahrhundert und hat sich, trotz einiger barocker Spuren und der am Ende des 19. Jahrhunderts eingebauten Deckenkonstruktion im Langhaus, ihr gotisches Erscheinungsbild weitgehend bewahrt. Beeindruckend ist der hohe, lichtdurchflutete Chorraum, der im Kontrast zum dunkleren Kirchenschiff steht und den Blick des Besuchers ganz automatisch anzieht.

Um zur Hauptsehenswürdigkeit zu gelangen, muss man einige Stufen nach oben steigen: Auf der weit ausladenden, früheren Nonnenempore befindet sich ein nahezu vollständig erhaltenes Chorgestühl aus der Zeit der Hochgotik. Es zählt zu den ältesten seiner Art in Deutschland und besticht durch seine archaische Schönheit.

Drei-Glocken-Geläut

Bedeutend jünger als das Chorgestühl sind die drei Glocken. Sie hängen in einem für die meisten Zisterzienserkirchen typischen Dachreiter und wurden 1953 im westfälischen Brilon sowie 1981 in Heidelberg gegossen. Aus großer Höhe lassen sie die Anfangstöne des "Te Deum" hinaus ins oberpfälzisch-mittelfränkische Land zwischen Neumarkt und Nürnberg erklingen.


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