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Zwölfuhrläuten Hausen in der Oberpfalz

Hausen, ein Gemeindeteil von Ursensollen hat nur 220 Einwohner, doch zur Pfarrei St. Georg in Hausen gehören noch 18 weitere Ortschaften. Stolz erhebt sich der neobarocke Bau auf einer Anhöhe im Naturpark Hirschwald, einem der jüngsten Parkschutzgebiete in Bayern.

Von: Annerose Zuber

Stand: 19.04.2015 | Archiv

Das Gotteshaus entstand kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Die romanische Vorgängerkirche war schon lange baufällig gewesen, doch der über Jahrzehnte geforderte Neubau konnte erst errichtet werden, nachdem der langjährige Pfarrer Joseph Grasser 1911 dafür 25.000 Goldmark in seinem Testament hinterließ.

Lebensgeschichte des Kirchenpatrons bildreich erzählt

Als an Allerheiligen 1914 der erste Gottesdienst gefeiert wurde, war die Kirche beinahe ausstattungslos, denn die barocke Inneneinrichtung des abgerissenen Vorgängerbaus konnte kriegsbedingt nicht rechtzeitig renoviert werden. Erst am 7. Juni 1925 wurde die Georgskirche offiziell geweiht. Auf den Tag genau 90 Jahre später findet nun ein großer Festgottesdienst mit dem Regensburger Bischof Voderholzer statt.
Hochaltar, Chorraum und Deckengewölbe erzählen bildreich die Lebensgeschichte des Kirchenpatrons und auf einem der Gemälde steht der heilige Georg bayerischen Soldaten im Ersten Weltkrieg bei.
Auch die jüngste, 1968 in der Regensburger Gießerei Hofweber gefertigte Glocke, ist dem Heiligen Georg geweiht. Die drei anderen Glocken zu Ehren der Evangelisten, der Muttergottes und der Dreifaltigkeit stammen wohl aus dem 14. und dem 19. Jahrhundert.

Fledermaus und Kunst

Da der 32 Meter hohe Turm mit der Doppelhaube auch Rückzugsgebiet für eine große Kolonie des "Großen Mausohrs" ist, trägt er die Auszeichnung "fledermausfreundliches Haus". Und vor der Kirche lädt eine Steinbank direkt neben der modernen Skulptur einer Pilgerin zum Innehalten ein – Hausen ist eine Station auf dem neuen "Kunstwanderweg" durch den Naturpark Hirschwald.


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