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Zwölfuhrläuten Breitenbrunn in der Oberpfalz

Im südlichen Landkreis Neumarkt, eingebettet in die idyllische Landschaft romantischer Bachläufe, stiller Täler und steiler Magerrasenhänge, liegt die Marktgemeinde Breitenbrunn.

Von: Armin Reinsch

Stand: 28.02.2021 | Archiv

Die bewegte Geschichte des mehr als 1125 Jahre alten Ortes wurde über Jahrhunderte von der heute nur noch als Ruine existenten Burg Breitenegg sowie der gleichnamigen Reichsherrschaft bestimmt. 1624 schenkte Kurfürst Maximilian von Bayern das Territorium seinem hochgeschätzten Feldherrn von Tilly, dessen Adelsgeschlecht erwarb sich große Verdienste um den Markt Breitenbrunn. Mit Stolz lässt man daher jedes Jahr im September die Geschichte des Grafen beim großen Tillyfest lebendig werden.

Barockes Schmuckstück

Ihre Spuren haben die Tillys auch in der Pfarrei Breitenbrunn hinterlassen. So riefen sie etwa die bis heute bestehende Rosenkranzbruderschaft ins Leben, sorgten für die Rückkehr einer wertvollen Silbermonstranz, veranlassten die Erweiterung der auf einem Felsvorsprung am Ortsrand gelegenen Sebastianskirche und gaben 1716/17 auch den Neubau des Langhauses der Pfarrkirche in Auftrag. Deren Innenraum ist eine Augenweide! Drei prächtige Altäre, feiner Deckenstuck sowie die Freskierung und reicher Figurenschmuck vereinigen sich zu einem barocken Hochgenuss.
Aber auch aus der Vorgängerkirche sind Ausstattungsstücke erhalten, darunter die spätgotische Madonna am Hochaltar sowie einige Grabtafeln des Renaissance-Bildhauers Loy Hering.

Dem wuchtigen, ursprünglich aus gotischer Zeit stammenden Turm verlieh 1726 der Graubündener Baumeister Giovanni Rigalia seine heutige Gestalt. Leider sind aus der Erbauerzeit keine Glocken mehr vorhanden. Stattdessen erklingen aus dem geräumigen Turmobergeschoss vier Gussstahlglocken, die in Bochum das Licht der Welt erblickten und nächstes Jahr ihren 100. "Geburtstag" feiern.


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