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Zwölfuhrläuten Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz

Mit rund 500 Metern ist der Annaberg die höchste Erhebung von Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz. Über die Baumwipfel dort ragt der Zwiebelturm der Wallfahrtskirche St. Anna hinaus.

Stand: 19.11.2006 | Archiv

Seit 1656 ist die Kirche ein Anziehungspunkt für Pilger von nah und fern. Zur Annakirche pilgern aber nicht nur Katholiken, sondern auch evangelische Christen, wie deren Fahne während der Wallfahrtswoche rund um den Anna-Tag am 26. Juli zeigt. Dieses ökumenische Miteinander hat in Sulzbach-Rosenberg Tradition. Menschen beider Konfessionen fühlen sich der Heiligen Anna verbunden - ist sie doch nicht nur die Patronin der Mütter und Witwen, sondern vor allem der Bergleute.

Ruhrgebiet des Mittelalters

Seit dem 14. Jahrhundert leben die Menschen der Region vom Bergbau. Dank des reichen Erzvorkommens gilt die Gegend als das "Ruhrgebiet des Mittelalters". Die 2002 stillgelegte Maxhütte prägt noch heute das Bild des Ortsteils Rosenberg.

Von der Stadt führt ein Kreuzweg hinauf zur Kirche. Ihr heutiges Aussehen im barocken Stil hat sie nach zahlreichen Erweiterungen erst Anfang des 20. Jahrhunderts erhalten.

Gnadenbild im Tabernakelschrein

Herzstück des lichtdurchfluteten Kirchenschiffs ist die gotische Holzfigur "Anna Selbdritt" - also eine Darstellung der Heiligen Anna, ihrer Tochter Maria und des Jesuskinds. Das kleine Gnadenbild steht im Tabernakelschrein des Rokoko-Hochaltars, darüber ein Gemälde, auf dem Anna mit Maria in der Heiligen Schrift liest.

An den Seitenwänden des Chors, der von einem prachtvollen Gitter abgeschlossen wird, erzählen - wie auch in der Lourdes-Kapelle unter dem Kirchturm - zahlreiche Votivgaben von der langen Wallfahrtsgeschichte. In den Sommermonaten findet neben vielen Brautmessen einmal im Monat ein Gottesdienst statt, das ganze Jahr über rufen die drei Glocken am Sonntag zum Abendlob.

Quelle: Annerose Zuber


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