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Zwölfuhrläuten Regensburg-Reinhausen

Der überaus prächtige Hochalter der neubarocken Pfarrkirche Sankt Josef in Regensburg-Reinhausen zeigt den heiligen Josef: Als Patron der Arbeiter ist er für den Ort mit Bedacht gewählt.

Stand: 07.03.2008 | Archiv

Im Norden der Bischofsstadt Regensburg liegt Reinhausen. Hier mündet der Fluss Regen in die Donau, dem der Stadtteil seinen Namen verdankt: "Reginhusen" - wie es im Jahr 1007 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. an das Regensburger Domkapitel heißt - bedeutet "Häuser am Regen".

Reinhausen gehörte im frühen Mittelalter zur Burggrafschaft Regensburg. 1270 erbten die Wittelsbacher die Siedlung und verpfändeten sie später an die freie Reichsstadt. Erst 1924 wurde das bis dahin "größte Dorf der Oberpfalz" eingemeindet.

Flößer prägten Reinhausen

In Reinhausen prägte neben Fischerei und Weinbau besonders die Holzwirtschaft das Leben. Die ansässigen Flößer transportierten über Jahrhunderte Baumstämme aus dem Bayerischen Wald auf dem Regen hierher. Die Industrialisierung ließ Reinhausen dann rasant wachsen und zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort der Region aufsteigen.

Prächtiger Hochaltar

Nicht weit von der Regenbrücke entfernt steht die große neubarocke Pfarrkirche St. Josef. Sie wurde 1906 nach Plänen von Heinrich Hauberrisser errichtet, der - wie in allen Kunstrichtungen des Historismus - den alten Stil nicht kopieren, sondern eigenständig weiterentwickeln wollte. Dies ist beeindruckend gelungen. Der hohe Raum fasziniert durch seine Weite, die ihm ein Querschiff und eine große Vierungskuppel verleihen. Deckenfresken erzählen vom Leben des Kirchenpatrons, und auch der überaus prächtige Hochaltar zeigt den heiligen Josef. Als Patron der Arbeiter ist er für Reinhausen mit Bedacht gewählt. Die Ausstattung wurde bis in die 1930er Jahre stilgerecht vervollständigt, und so überzeugt die Kirche als hochwertiges, einheitliches Gesamtkunstwerk

Vierstimmiges Geläut zu hören

Seelsorge und soziale Dienste verbinden die "Roahauserer" eng mit ihrer Pfarrei und viele haben mitgeholfen, damit im renovierten Glockenturm wieder das vierstimmige Geläut aus dem Jahr 1947 zu hören ist.

Quelle: Dr. Jörg Haller


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