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Zwölfuhrläuten Neumarkt-Pölling in der Oberpfalz

Der knapp 4.000 Einwohner zählende Ort Pölling - vor beinahe 950 Jahren erstmals in einer Urkunde des Regensburger Klosters St. Emmeram erwähnt - ist somit älter als die heutige große Kreisstadt Neumarkt, zu der er seit 1972 gehört.

Von: Georg Impler

Stand: 23.06.2011 | Archiv

Die Nähe zur wittelsbachischen Pfalzstadt zog das kleine Pölling mit hinein in die große Politik. Etwa beim Landshuter Erbfolgekrieg, als es während der erfolglosen Belagerung Neumarkts geplündert und verbrannt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten es die Schweden und erneut geplündert und angezündet haben es 1796 französische Truppen im Koalitionskrieg. Dazu kam ein mehrfacher, erzwungener Bekenntniswechsel.

Neubau in den 30er Jahren

Kein Wunder also, dass man von dem Vorgängerbau der heutigen katholischen Pfarrkirche St. Martin wenig weiß, schon gar nicht, wann sie erbaut worden ist. Fest steht der Abrisstermin, das Jahr 1934. Der neue, wesentlich größere Nachfolgerbau konnte vor 75 Jahren, am 5. Juli 1936 geweiht werden. Das Gotteshaus wurde von dem Regensburger Architekten Max Wittmann in Anlehnung an den Typus der romanischen Basilika gestaltet und an den mächtigen, 1824 errichteten und gegen Ende des 19.Jahrhunderts mit der heutigen Spitzhaube versehenen Turm angefügt.

Barockes Altarkreuz

Beim Betreten des Gotteshauses empfängt den Besucher sogleich die Würde des klar gegliederten, dreischiffigen Raumes. Er ist ganz deutlich auf den Hochaltar ausgerichtet, der ebenfalls Mitte der 1930er Jahre entstand und auf dem Blatt den Heiligen Bischof Martin zeigt, zu dessen Füßen ein Bauer über die Pöllinger Flur pflügt. Das große Altarkreuz aber stammt aus dem Barock und zählt neben dem romanischen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert zu den bedeutendsten Ausstattungsstücken. Das reiche, fünfstimmige Geläut wurde 1951 von der Firma Perner in Passau gegossen und wiegt etwas unter drei Tonnen.


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