BR Heimat


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Zwölfuhrläuten Bad Kötzting in der Oberpfalz

Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach 1945 wuchs die Gemeinde der evangelischen Christen stark an. Die verstärkte Seelsorgearbeit der Kirche hatte einen wichtigen Anteil an der Integration der Flüchtlinge.

Von: Dr. Jörg Haller

Stand: 05.03.2006 | Archiv

Ende des Jahres 2005 ist die aufstrebende Stadt im Landkreis Cham zum Kurort ernannt worden: Der Titel "Kneipp-Heilbad" würdigt die Bemühungen um den Erholungs- und Gesundheitstourismus in Bad Kötzting. Zahlreiche Klinik- und Kurbetriebe stehen in der reizvollen Landschaft des oberen Bayerischen Waldes für die Gäste bereit.

Protestanten gründeten Verein

An der Betreuung der evangelischen Urlauber und Kurgäste beteiligt sich die Pfarrei St. Matthäus mit vielen Angeboten. 2005 feierte man dort festlich das 50-jährige Kirchenjubiläum. Die Geschichte der Kötztinger evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde beginnt aber schon Ende des 19. Jahrhunderts, als 1899 von zugezogenen Verwaltungsbeamten ein Protestantenverein gegründet und bald auch ein Betsaal eingerichtet wurde.

Zuzug von Heimatvertriebenen

1945 änderte sich die Situation in der Gemeinde durch den Zuzug von Heimatvertriebenen: Die Zahl der evangelischen Christen wuchs auf mehr als 2300 an. Die verstärkte Seelsorgearbeit der evangelischen Kirche hatte einen wichtigen Anteil an der Integration der Flüchtlinge, die im Bayerwaldort bald eine neue Heimat fanden. 1953 wurde das evangelische Vikariat Kötzting zur eigenständigen Pfarrei erhoben.

Kirchenbau 1955

Die Wünsche nach einem eigenen Gotteshaus erfüllten sich 1955: Im neuen Siedlungsgebiet auf einer Anhöhe über der Stadt entstanden das Gemeindehaus für die heute rund 1300 Protestanten und die Pfarrkirche St. Matthäus: ein heller Saalbau mit Satteldach und einem eindrucksvollen Glasfenster über dem Altarraum.

Ökumenische Zusammenarbeit

Zuvor hatte für einige Jahre die katholische St. Veits-Kirche am Stadtplatz als Simultankirche gedient. Beide Konfessionen feierten dort abwechselnd ihre Gottesdienste. Daraus entwickelte sich auf vielen Ebenen eine sehr gute ökumenische Zusammenarbeit in der Stadt Bad Kötzting.


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