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Zwölfuhrläuten Chamerau in der Oberpfalz

Das Ortsbild der gut zweieinhalbtausend Einwohner-Gemeinde im Landkreis Cham wird geprägt vom größten Fluss der Oberpfalz, dem Regen und der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul, die – Hochwasser geschützt durch die wallartige Friedhofsmauer- unmittelbar an dessen Ufer steht.

Von: Georg Impler

Stand: 29.07.2012 | Archiv

Geografisch liegt der Ort am Übergang von der Cham-Further- zur Regensenke und damit im Naturpark Bayerischer Wald.

Taufstein als frühgotisches Überbleibsel

Chamerau findet sich als Ortsname bereits Ende des 13. Jahrhunderts. Der Bau der heutigen Kirche wurde 1668 begonnen. Zuvor war ihre Vorgängerin – niedergebrannt von schwedischen Truppen - 33 Jahre in Asche gelegen. Der frühgotische Taufstein, heute das älteste Ausstattungsstück, erinnert noch daran.

Starker Alt-Neu-Kontrast

1961 hat man die Chamerauer Pfarrkirche um den markanten, achteckigen Anbau vergrößert. Der halbrunde Chor im Osten und der barocke Zwiebelturm wurden über das etwas verkürzte Kirchenschiff in einem gelungenen Zueinander von Barock und Moderne mit dem Oktogon verbunden, durch das die Kirchgänger das Gotteshaus auch betreten. Von den Kniebänken bis zu den Skulpturen, von den Tafel- bis zu den Deckengemälden wird der Alt-Neu-Kontrast deutlich. Am augenscheinlichsten beim Christophorus-Glasfenstermosaik in der Nordwand des Oktogons, mit dem der 1980 verstorbene Kötztinger Künstler August Henneberger, genauso wie mit dem Außenmosaik "Jesus im Schiff des Petrus", den Bezug zum vorbeiströmenden Fluss herstellte.

Hochaltar mit Gnadenbild

Das dominierende Ausstattungselement jedoch ist der Hochaltar - ein Gesamtkunstwerk des ebenfalls aus Kötzting kommenden, aber in der Barockzeit wirkenden Bildhauers und Malers Johann Paul Hager. Neben den Kirchenpatronen Petrus und Paulus, den Jesus und Maria-Büsten oder dem hoch darüber thronenden Gottvater steht im Zentrum das Mariahilf-Gnadenbild Lucas Cranachs als Nachbildung.
Im Turm läuten vier Glocken.


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