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Zwölfuhrläuten Dietfurt in der Oberpfalz

Der Ort im Naturpark Altmühltal gehört schon seit dem 14. Jahrhundert zu Bayern, zuerst zum Herzogtum, dann zum Königreich und jetzt zum Freistaat.

Von: Ursula Naumann

Stand: 05.01.2003 | Archiv

Schon in der ersten Urkunde von 1144 gab es hier eine Kirche: "ecclesia, quae dicitur Deitvuorten", eine Kirche, die Deitvuorten, also Dietfurt genannt wird.

Bürger stiften Kirche

Wann Dietfurt das Stadtrecht erhielt und wann die gotische Ägidienkirche gebaut wurde, kann man nur indirekt erschließen: Seit dem frühen 15. Jahrhundert wird der Ort in allen Urkunden als Stadt bezeichnet, und um 1400 häufen sich die Belege für Stiftungen und umfangreiche Materiallieferungen wohlhabenderer Bürger zugunsten einer neuen Kirche.

Im 18. Jahrhundert baufällig

Das Aussehen dieser Kirche ist allerdings nur in alten Stichen und Beschreibungen überliefert, denn im 18. Jahrhundert wurde die "allhießige Stadtpfarrkürchen dergestallts paufällig, daß der Schnee und Regen allenthalben eintringet, ia das einfallen des ganzen Tachstuhles stark zu besorgen war", heißt es in einer Schrift dieser Zeit. Kompletter Umbau Die Kirche wurde vollkommen umgebaut. Man ließ nur den schlanken, fast sechzig Meter hohen Turm stehen, vom Langhaus blieben nur die Außenmauern, die man aber verlängerte und aufstockte. Der Innenraum mit seinen fünf Altären wurde zeitgemäß im Stil des Barocks gestaltet. Die Kreuzigungsgruppe gegenüber der Kanzel und das große Tafelbild des Hochaltars, das den Kirchen- und Stadtpatron St. Ägidius als Einsiedler darstellt, stammen aber noch aus der alten Kirche. Sieben Glocken läuten Insgesamt sieben Glocken hängen im Turm der Dietfurter Stadtpfarrkirche. Das Geläut ist damit eines der größten und schönsten im Bistum Eichstätt. Eine der Glocken ist dem Pestpatron Sebastian geweiht, der in Dietfurt aus Tradition verehrt wird. Ende Januar wird in Dietfurt das Fest der Sebastianbruderschaft mit einer feierlichen Prozession durch die Stadt begangen.


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