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Zwölfuhrläuten Oberköblitz in der Oberpfalz

Oberköblitz bildet gemeinsam mit Wernberg und 24 weiteren Gemeindeteilen den Markt "Wernberg-Köblitz". Seine katholische St. Emmeramkirche aus dem 13. Jahrhundert gehört zusammen mit dem trutzigen Pfarrhof zu einem höhergelegenen, denkmalgeschützten Wehrkirchen-Ensemble. Von hier schweift der Blick über die Naab weit in die malerische Hügellandschaft des Oberpfälzer Waldes.

Von: Annerose Zuber

Stand: 18.11.2012 | Archiv

Keramikfunde aus der Hallstattzeit nordöstlich der Kirche lassen frühe Besiedlungen vermuten. Am jetzigen Knotenpunkt der Autobahnen Paris-Nürnberg-Prag und Hof-Regensburg kreuzten sich schon mittelalterliche Handelsstraßen. Dank der verkehrsgünstigen Lage haben sich in Wernberg-Köblitz europaweit tätige Firmen niedergelassen.

Ungewöhnliches Kirchendach

Die Bedeutung als wichtiger Industriestandort wird im Gemeinde-Wappen mit einem Zahnrad dargestellt – zum Wappen gehört außerdem der stilisierte Burgfried von Wernberg sowie die wuchtige Emmeramkirche mit ihrem dreistufigen pyramidenartigen Turmdach. Diese ungewöhnliche Dachform diente übrigens einem aus Oberköblitz stammenden Missionar in den 1940er Jahren als Vorbild für einen Kirchenbau in Japan.

Reiche Barockausstattung

Die älteste Glocke des fünfstimmigen Geläuts stammt aus dem Jahr 1667, die mit 900 kg schwerste ist dem Heiligen Emmeram geweiht. Der Kirchenpatron bestimmt auch die reiche Barockausstattung des Gotteshauses. Im Hochaltar und im monumentalen Deckenfresko mit Scheinarchitektur, das sich vom Chor bis zur Orgelempore erstreckt, sind Märtyrertod und Verherrlichung des Bischofs eindrucksvoll dargestellt.

Epitaph aus Parler-Werkstatt

Kunsthistorisch besonders interessant ist ein spätgotisches Epitaph, das den Ritter Albrecht Nothafft – Herr der benachbarten Wernberger Burg – in voller Rüstung zeigt. Es stammt aus der Werkstatt der berühmten Bildhauer- und Dombaumeister-Familie Parler – und somit besteht ein direkter Bezug zwischen Bauten wie dem Prager Dom, der Nürnberger Sebalduskirche, dem Ulmer Münster und der Dorfkirche von Oberköblitz.


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