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Zwölfuhrläuten Dormitz in Oberfranken

Lange hat es gedauert, bis das 2200-Einwohner-Dorf in der Metropolregion Nürnberg 1937 endlich eine eigene Pfarrei bekam. Eine Kirche war nämlich längst vorhanden.

Von: Regina Fanderl

Stand: 05.08.2018 | Archiv

Und was für eine! Sie ist um das Jahr 1400 entstanden und war von Beginn an von einer bis zu vier Meter hohen Mauer mit drei Ecktürmen umgeben. Doch während die Wehranlage im 19. Jahrhundert fast vollständig eingerissen wurde, hat die gotische Kirche ihr Erscheinungsbild bis heute nur leicht verändert. Freilich hielt im Inneren der Barock Einzug, doch mit Glück und Verstand blieb ein schönes Sammelsurium wertvoller, spätgotischer Kunstwerke erhalten. Darunter auch solche, die Veit Stoß und Tilman Riemenschneider zugeschrieben werden. Etwa eine Lindenholzplastik der Anna Selbdritt oder ein Marien-Relief.

Erhöhung des Spitzhelm-Turmes

Die auffälligste Veränderung der Dormitzer Kirche war die Erhöhung des Spitzhelm-Turmes um ein fünftes Geschoss, das mit einem Turmkranz versehen wurde. Auch die Empore sowie die beiden achtseitigen Wendeltreppentürmchen, die zur Empore und zur Schatzkammer führen, entstanden in dieser Zeit.

Wer heute die Pfarrkirche in Dormitz betritt, dem fallen unweigerlich die weißen Netze am Deckengewölbe ins Auge. Sie dienen der Sicherheit der Kirchenbesucher, denn Ende 2017 hat sich ein Quadratmeter Putz aus dem Marienbild des Deckengemäldes gelöst und ist zu Boden gekracht. Zum Glück, ohne dass jemand verletzt wurde. Die 300 Jahre alte Dachkonstruktion soll nun grundlegend saniert werden.

Fünf Glocken

Im Turm der Pfarrkirche "Zu Unserer Lieben Frau" in Dormitz hängen insgesamt fünf Glocken. Alle zusammen ertönen sie an Sonn- und Feiertagen und ganz bestimmt zur Kirchweih, die in Dormitz alljährlich am ersten Sonntag im August gefeiert wird.


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