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Zwölfuhrläuten Walchensee in Oberbayern

Schon Johann Wolfgang von Goethe nutzte einen alten Reiseweg über Mittenwald und Innsbruck nach Italien. Dabei kam er auch durch den Ort Walchensee an den Ufern des gleichnamigen Gebirgssees, dessen landschaftliche Schönheit und türkisgrüne Farbe weithin bekannt sind.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 30.03.2014 | Archiv

Der Name "Walchen" deutet an, dass hier noch zur Zeit der bajuwarischen Landnahme eine wohl romanisch sprechende Bevölkerung siedelte.

Neue Kirche St. Ulrich

Die alte Jakobskirche in der Ortsmitte – bereits 1291 geweiht und 1712 bis 1714 im barocken Stil  erneuert – wurde durch die Bevölkerungszunahme nach dem Zweiten Weltkrieg viel zu klein. Daher baute man etwas oberhalb auf freiem Wiesengrund 1958 bis 1960 eine moderne, neue Pfarrkirche. Sie wurde dem heiligen Ulrich, Bischof von Augsburg geweiht.

Warmer, leichter Kircheninnenraum

Die Pläne entwarf kein geringerer als der berühmte Wiener Architekt Clemens Holzmeister. Er stellte das Gebäude gekonnt in die prächtige Gebirgslandschaft und nahm mit seiner Dachgestaltung Bezug zum alten Eremiten-Klösterl jenseits des Sees. Dem Innenraum verlieh er durch die Verwendung von viel Holz Wärme. Auf den verbliebenen weißen Mauerflächen  erzeugen die farbig gestalteten Glasfenster reizvolle, mit dem Sonnenstand wechselnde Lichteffekte. Obwohl der Altar in der Apsis aus massivem Stein gearbeitet ist, erweckt er durch seine geschwungene Form den Eindruck von Leichtigkeit.

Eigenes Glockenhäuschen

Der Dachreiter auf dem Kirchenschiff blieb ohne Glocken. Installiert hat man sie stattdessen am anderen Ufer des Sees beim "Klösterl" auf der Halbinsel Zwergern. Sie hängen in einer Art "Glockenhäuschen" etwas erhöht am Hang. Daher ist ihr Klang mit den Tönen "g", "b", "c", "es"  gut im Dorf zu vernehmen und verkündet - reizvoll über den See schwingend - die kirchlichen Tageszeiten und Feste.


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