BR Heimat


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Zwölfuhrläuten Raubling in Oberbayern

Im bayerischen Inntal - 10 Kilometer südlich von Rosenheim - breitet sich in verkehrstechnisch günstiger Lage die weit über 11.000 Einwohner zählende Gemeinde Raubling aus. Industrie, Gewerbe, großzügige Wohnanlagen und der Blick auf die nahen Alpen prägen den Charakter.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 23.02.2014 | Archiv

Der jungen Gemeinde sieht man nicht an, dass es hier bereits eine mehrtausendjährige Siedlungstätigkeit gibt. 1983 konnten in Pfraundorf Siedlungsspuren der Bronzezeit gefunden werden. 1991 kamen in Raubling Spuren der Hallstatt- und Urnenfelderzeit zu Tage.

Einst Freisinger Bischof geschenkt

Im Jahr 778 wird "Rupilinga" in einem Schenkungsbuch des Hochstifts Freising genannt. Ein Priester Willipato schenkte damals zwei Güter in Raubling und Aising dem Freisinger Bischof. Kirchlich gehörte das Gebiet Jahrhunderte zur Mutterpfarrei Pang bei Rosenheim, später zu Kirchdorf.
Mit dem Bau der Papierfabrik änderte sich ab 1906 die soziale Struktur radikal: Raubling wurde vom kleinen Bauerndorf zum bedeutenden Industrieort, der zahlreiche neue Bewohner anzog. Das Gotteshaus in Kirchdorf konnte diesen Herausforderungen nicht mehr genügen. Eine eigene Kirche wurde notwendig, mit deren Bau 1952 begonnen werden konnte.

Klangvolle fünf Bronzeglocken

Am 2. August 1953 konsekrierte Weihbischof Johannes Neuhäusler das neue Gotteshaus zur "Erhöhung des Heiligen Kreuzes". Schon 1956 erhob man die Kuratie zur selbständigen Pfarrei "Raubling-Redenfelden". Erst nach und nach kam man zur nötigen Ausstattung, darunter verschiedene Werke von Christa Stadler.
Erwähnenswert sind aber auch die klangvollen fünf Bronzeglocken im stattlichen Satteldachturm: Die drei kleineren kamen schon 1953, die beiden großen 1963 in der Tonfolge des "es", "f", "as", "b". Sie gehören zum wertvollsten Bestand der Heiligkreuzkirche und entstanden in der Glockengießerei Bachert.


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