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Zwölfuhrläuten Pischelsdorf in Oberbayern

Wer im Tal der Ilm im Süden des Landkreises Pfaffenhofen unterwegs ist wird erfreut sein vom Anblick der Kirchtürme, bilden sie doch eine wohltuende Orientierung in der Landschaft. Einer davon gehört zu Pischelsdorf, einer Ansiedlung mit 464 Bewohnern in der Gemeinde Reichertshausen.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 06.01.2018 | Archiv

Die bestens gepflegte Filialkirche mit ihrem hübschen Zwiebelturm liegt umgeben vom Friedhof am Ortsrand, der in Wiesen und Äcker übergeht.

Taufbrunnen aus dem 16. Jahrhundert

Das weiß strahlende Bauwerk entstand unter Verwendung des gotischen Turmunterbaus 1717 unter Pfarrer Mathias Carl, doch seine Anfänge reichen viel weiter zurück, worauf schon das Michaelspatrozinium hinweist. Bereits 957 wird Pischelsdorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet so viel wie "Dorf des Bischofs". Bis 1828 war es ein eigener Pfarrort – was der Taufbrunnen aus dem 16. Jahrhundert beweist. Heute gehören die Katholiken zur Pfarrei Steinkirchen.

Das Innere des Gotteshauses mit seinem Tonnengewölbe präsentiert sich mit einheitlicher Ausmalung aus dem 19. Jahrhundert und drei Altären. Der Hochaltar zeigt den Erzengel und Kirchenpatron Michael sowie die Apostel Petrus und Paulus, die Seitenaltäre sind Maria und Sebastian geweiht. Ein neuer Volksaltar fügt sich stimmig in das Ensemble ein.

Eine der ältesten Kirchenglocken Bayerns

Im Juli 2017 konnten die Bewohner den Neubau von St. Michael vor 300 Jahren feiern. Beim Festgottesdienst ließen die beiden Glocken wohl besonders feierlich ihre Stimmen in "a" und "c" über die lebendige Ortsgemeinschaft ertönen. Die jüngere Glocke goss der Münchner Joseph Iganz Daller 1791. Die ältere aus der Vorgängerkirche dürfte bereits um das Jahr 1300 gegossen worden sein. Sie gehört somit zu den ältesten Kirchenglocken in Bayern.


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