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Zwölfuhrläuten Mühldorf am Inn in Oberbayern

Mühldorf war schon zur Römerzeit von Bedeutung. Hier gab es einen wichtigen Flussübergang über den Inn. Später gehörte die Stadt Jahrhunderte lang als Enklave politisch und kirchlich zu Salzburg. Die bayrische Epoche mutet dagegen fast bescheiden an, wenn man bedenkt, dass Mühldorf erst 1802 endgültig zum Freistaat kam.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 01.11.2019 | Archiv

Mitte des 13. Jahrhunderts wird zum ersten Mal ein dem heiligen Nikolaus, dem Patron der Flößer und Schiffer, geweihtes Gotteshaus genannt. Nach dem Stadtbrand im Jahr 1285 wurde die Nikolauskirche im spätromanischen Stil neu erbaut. Der mächtige, gedrungene Turm aus dieser Zeit blieb erhalten.

Barocke Gestaltung des Innenraums

1768 stürzte ein Teil des Langhauses ein. In der Folge wurde der Bau nach den Plänen des Architekten Franz Alois Mayr aus Trostberg und seines Salzburger Kollegen Wolfgang Hagenauer so errichtet, wie er heute noch dasteht. Der Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo kam höchstpersönlich zur Einweihung.

Das der Kirche zugehörige Kollegiatstift, errichtet von einem seiner Vorgänger, Wolf Dietrich von Raitenau, wurde im Zuge der Säkularisation im Jahr 1803 aufgelöst - wie auch das Fürstbistum Salzburg. Die Pfarrei St. Nikolaus gehört seitdem zum Erzbistum München und Freising.

Besonders tontiefe Glocke

Ein außergewöhnlich schweres und eindrucksvolles Geläut erklingt vom zwiebelbekrönten Turm durch dessen romanisch-gotische Schallfenster. Sechs Glocken in der Stimmung Gis°, H°, cis', e', fis' und gis'. Die beiden großen Glocken schuf Czudnochowsky in Erding 1950, die restlichen – außer der alten – Perner in Passau 1990/1995. Die größte Glocke ist eine der tontiefsten Glocken in Oberbayern.


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