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Zwölfuhrläuten Höhenkirchen-Siegertsbrunn in Oberbayern

Die Gegend südöstlich der bayerischen Landeshauptstadt wird geografisch gerne als die Münchner Schotterebene bezeichnet. In neuerer Zeit gehört sie auch zum so genannten Münchner "Speckgürtel", in dem viele Menschen mit einer guten Infrastruktur leben.

Von: Regina Fanderl

Stand: 19.07.2020 | Archiv

Manchmal geraten Geschichte und Tradition etwas in den Hintergrund – zu Unrecht!

Vermutlich bajuwarischer Ortsgründer

So kann etwa Höhenkirchen, politisch und in einem Pfarrverband verbunden mit Siegertsbrunn, stolz darauf verweisen, dass seine Kirche vor genau 1000 Jahren, im Zusammenhang mit der Schenkung der Kirche an das Kloster Schäftlarn, zum ersten Mal in einer Freisinger Urkunde auftaucht. Allerdings unter dem Ortsnamen Marchwartsbrunn!
Er geht vermutlich auf einen bajuwarischen Ortsgründer namens Marchwart zurück und, ganz wichtig, auf einen Brunnen. Das erfolgreiche Graben nach Wasser war Voraussetzung für Leben auf der Schotterebene! Ein Leben, das viele Jahrhunderte lang bäuerlich geprägt war.

Der Jäger von Höhenkirchen

Aus der ursprünglich hölzernen Kapelle entstand im Laufe der Zeit eine romanische Kirche, die immer wieder umgebaut und ergänzt wurde. Im Jahre 1771 bekam vor allem der Chor ein schönes barockes Gewand. Interessant sind die in der Chorwand vermauerten, bis ins 16. Jahrhundert zurück datierte Epitaphen edler Stifter.
Im gotischen Turmzimmer wird bald auch der Gedenkstein für Adam Schöttl öffentlich zugänglich sein. Der Jäger von Höhenkirchen spielte eine nicht unwesentliche Rolle bei der sogenannten Sendlinger Mordweihnacht.

Vier Stahlglocken

Der einfache Sattelturm entstand wohl Ende des 15. Jahrhunderts. Er birgt die vier Stahlglocken, die nach dem Krieg beim Bochumer Verein gegossen und 1948 geweiht und aufgehängt wurden. Bei der Tonprüfung wurde ihnen "eine melodisch glückliche Tönung" versichert.


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