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Zwölfuhrläuten Bittenbrunn in Oberbayern

An der Staustufe Bittenbrunn springen alljährlich beim größten Winterschwimmen Europas über 2.000 kälteresistente Sportler in die eisigen Fluten der Donau. Eine Vorstellung, die sich nicht so leicht vereinbaren lässt mit der Tatsache, dass es hier einmal so warm war, dass Wein gewachsen ist am linken Ufer des Stroms, an den Südhängen des Jura.

Von: Regina Fanderl

Stand: 26.05.2016 | Archiv

Das ist allerdings sehr lange her - aber ein schönes Detail in der Geschichte eines Ortes, der sich zusammen mit Laisacker auch Jahrzehnte nach der Eingemeindung in die Kreisstadt Neuburg an der Donau seine eigenständige dörfliche Kraft erhalten konnte.

Besondere Kirchenfenster

Bittenbrunn hat immerhin noch ein Wirtshaus, ein Hotel gar, einen Kindergarten – die eigene Schule ging leider verloren - einen renovierten Pfarrhof zum Feiern und natürlich seine Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die teilweise noch aus dem 12. Jahrhundert stammt. Mit ihrem nicht allzu hohen, spitzen Turm und dem rotgedeckten Satteldach des Langhauses schaut sie fast aus wie von Kinderhand gezeichnet: geradlinig und schlicht.
Im Inneren sind die Kirchenfenster von besonderem Interesse. Sie zeigen die Bistumspatrone der acht bayerischen Diözesen, die der Patrona Bavariae auf dem Altar huldigen. Das Fenster für das Erzbistum Bamberg hat Prinzregent Luitpold gestiftet.

Einst Wallfahrtsstätte

An den Ortsnamen erinnert wohl das plastische Bild eines Brunnenchristus aus dem 17. Jahrhundert, aus dessen Wundmalen sich Quellwasser ergossen haben soll. Doch nicht der wundersame Brunnenchristus war bis zur Zeit der Aufklärung das Ziel vieler Wallfahrer, sondern vor allem die spätgotische Muttergottes auf dem Altar. Die thronende Maria von Bittenbrunn: Ein spiritueller Mittelpunkt für die Neuburger Herzogsfamilie.

Am Turm hängt ein Geläute aus fünf Glocken! Die drei alten, aus dem 17. Jahrhundert, entgingen mit viel Glück dem Einschmelzen zu Kriegszwecken. Vor lauter Freude darüber bekamen sie zu ihrem 300. Geburtstag vor 36 Jahren zwei neue Kolleginnen dazu. Ein seltener Glücksfall!


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