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Zwölfuhrläuten Bad Wiessee in Oberbayern

Bad Wiessee - am westlichen Ufer des Tegernsees - ist der jüngste Ort des Tales. Früher gab es hier vor allem einzelne Bauernhöfe und erst durch die Entdeckung der stärksten Jod-Schwefel-Thermalquelle Deutschlands, 1909, sind viele Häuser gebaut worden.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 15.05.2016 | Archiv

Kirchlich gehörten die Bewohner Jahrhunderte lang zum Benediktinerkloster Tegernsee auf der anderen Seeseite. Mit dem Anstieg der Bevölkerung wuchs der Wunsch nach einer eigenen Seelsorge. Der Grundstein für die Kirche Maria Himmelfahrt, die weithin sichtbar auf einem Hügel thront, wurde 1925 gelegt. Zwei weitere Gotteshäuser sollten folgen und von diesen hören wir heute ein gemeinsames, prächtiges Glockengeläute.

Zwei Kirchen mit achtstimmigem Glockenchor

Zweitältester Sakralbau der Gemeinde ist die evangelische Friedenskirche, die auch auf einer Anhöhe platziert werden konnte. Das ansprechende Gebäude mit seinem freundlichen, schindelgedeckten Zwiebelturm wurde 1937 geweiht. Im Jahr danach gossen Schilling & Söhne in Apolda die ersten Bronzeglocken. Nach der kriegsbedingten Zwangsablieferung kam es 1954 und 1958 in Erding zu deren Neuguss. Mit der Jann-Orgel gehören sie zu den besonders interessanten Ausstattungsstücken der Friedenskirche.

St. Anton

Der Kurort Bad Wiessee wurde immer größer und bald brauchten die Katholiken eine zweite Kirche. Der in schlichten Formen gehaltene Saalbau von St. Anton mit einer modernen Rosette über dem Altar wurde 1959 geweiht. Seitlich steht ein niedriger Turm mit Satteldach, in dem die vier Bronzeglocken von Perner in Passau schwingen. Zusammen mit der evangelischen Friedenskirche ergibt sich ein eindrucksvoller, achtstimmiger Glockenchor. In ökumenischer Weise aufeinander abgestimmt ist er zu besonderen Anlässen zu hören.


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