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Zwölfuhrläuten Bad Reichenhall in Oberbayern

Bereits um das Jahr 803 soll in St. Zeno durch den Salzburger Erzbischof Arno eine Mönchszelle gegründet worden sein. 1136 errichtet Erzbischof Konrad I. von Abensberg ein Augustinerchorherrenstift, dessen Hauptaugenmerk neben der Wissenschaft der Seelsorge galt.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 29.03.2015 | Archiv

Zahlreiche Pfarreien von Reichenhall bis in den Chiem- und Pinzgau, Tirol und den Rupertiwinkl wurden vom Stift pastoral betreut. Der Staat setzte dieser Jahrhunderte alten Tradition, die unterschiedliche Regionen miteinander verband, mit der Säkularisation 1803 ein jähes Ende.

Lichthöhepunkt am 24. Dezember

Eine erste Kirche vermutet man schon um 800. An ihre Stelle trat die heute noch bestehende Basilika, die im Jahr 1228 eingeweiht worden war und als größter romanischer Kirchenbau Oberbayerns gilt. Man betritt den Raum durch ein eindrucksvolles Portal dieser Zeit, unter einem Radfenster, durch das genau am Nachmittag des 24. Dezember das Sonnenlicht auf den Hochaltar fällt.
Nach einem Brand 1512 wurde die Krypta aufgegeben und das gotische Kreuzrippengewölbe eingezogen. Der romanische Obergaden verschwand hinter den Gewölben und damit entstand ein hallenartiger Raumeindruck. Aus dieser Zeit stammen auch Chorgestühl, Kanzel und Taufstein. Die im Barock angeschafften Altäre und den Stuck entfernte man im 19. Jahrhundert zu Gunsten einer Einrichtung im Stil der Neugotik, welche wiederum ersetzt wurde mit zwischen 1933 bis 1942 zurückgekauften alten Kunstwerken.

Glocken überlebten Krieg

Im neuromanisch umgestalteten Turm mit Pyramidenhelm läuten fünf wertvolle Bronzeglocken der Gießerei Oberascher in Salzburg aus den Jahren 1790/91. Die vier Großen kamen 1942 nach Hamburg, wo sie zu Kriegszwecken eingeschmolzen werden sollten. Glücklicherweise kamen sie unversehrt zurück und erfreuen noch heute die Besucher der alten Salzstadt im südöstlichsten Winkel Bayerns.


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