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Zwölfuhrläuten Asten in Oberbayern

Selbstbewusst schaut der schlanke, von einer Zwiebel bekrönte Kirchturm weit ins Land. Selbstbewusst haben sich die Astner im 15. Jahrhundert gerade diesen Platz auf einem Endmoränenhügel oberhalb des Salzachtals für ihre Kirche ausgesucht.

Von: Susanne Zimmer

Stand: 25.08.2019 | Archiv

Wer sich die Mühe macht und hinaufsteigt, kann 72 andere Türme im Rupertiwinkel, im angrenzenden Österreich und in Richtung Burghausen entdecken.

Barocker Hochaltar - einzigartiges Kunstwerk

Und dieses Selbstbewusstsein hat sich über die Jahrhunderte in der kleinen Gemeinde erhalten. Jahrhundertelang dauerte auch der Kampf um Selbstständigkeit der Filialkirche von der Mutterpfarrei Tittmoning. Von dort stammte sogar der ursprüngliche Altar nach dem Motto "Für die tut er's schon".
Der prächtige barocke Hochaltar von Mariä Himmelfahrt mit seinen vier Säulen hat zum Glück allen Regotisierungsbestrebungen, letztendlich aus Geldnot, widerstanden – ein einzigartiges Kunstwerk in diesem Teil des Rupertiwinkels.

An die 500 Jahre alte Stundenglocke

Seit über 200 Jahren gehört das ehemals österreichische Gebiet zu Bayern und die Astner haben ihr Selbstbewusstsein schwarz auf weiß: im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" wurden sie für den genossenschaftlichen Kraftakt zum Erhalt ihrer Dorfwirtschaft, gleich neben der Kirche, ausgezeichnet. Ein unbestätigtes Gerücht ist übrigens, dass die Astner Kirche ganz bewusst keine Fenster in Richtung Österreich hat. Dafür hat man vom benachbarten Biergarten aus einen besonders schönen Blick zu den Nachbarn.

Drei Glocken hängen im Turm. Die große, die Stundenglocke, ist schon an die 500 Jahre alt und stammt aus der Burghauser Glockengießerei Schuhpeck. Zusammen bilden sie ein eigenwilliges Geläut mit einem sehr verhaltenen Klang.


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