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Zwölfuhrläuten Neuburg an der Donau in Oberbayern

Die ehemalige Wittelsbacher Residenzstadt Neuburg an der Donau liegt westlich von Ingolstadt landschaftlich reizvoll zwischen der Fränkischen Alb und dem Donaumoos. Schon von weitem ist die prächtige Schlossanlage zu erkennen, die sich mit ihren markanten Türmen und der beeindruckenden Fassade auf der Anhöhe über das Donautal erhebt.

Von: Dr. Jörg Haller

Stand: 28.05.2012 | Archiv

Ein reiches Kulturleben prägt die Kreisstadt und schafft so einen hohen Freizeitwert für die rund 28.000 Bewohner und die vielen Touristen.

Römisches Kastell

Erste Neuburger Besiedelungsspuren reichen bis in die Eiszeit zurück und die Römer erbauten hier ein Kastell. Um 800 vorübergehend Bischofssitz, begann die eigentliche Blütezeit der Stadt mit dem Jahr 1505, als sie Residenz des neu gegründeten Fürstentums Pfalz-Neuburg wurde. Erster Pfalzgraf war Ottheinrich, der im weltoffenen Geist der Renaissance seine Residenz prägte. Mit Kurfürst Karl Theodor kam Neuburg 1777 wieder zu Bayern.

Deckenfresko mit Pfingstbotschaft

Zu Füßen der mit architektonischen Kleinodien wunderbar erhaltenen Oberen Stadt breitet sich entlang der Donaupromenade die untere Altstadt aus. In ihrer Mitte steht die katholische Pfarrkirche Hl. Geist, die 1723 bis 1725 dem gleichnamigen Spital angebaut wurde. Im hohen Turm mit seiner welschen Haube, auf die eine Laterne mit Zwiebelabschluss gesetzt ist, erklingt das schöne vierstimmige Geläut.
Der breite Saalbau mit seinem flachen Stichkappengewölbe und der Doppelempore glänzt in hoher spätbarocker Pracht mit aufwendig gestalteten Altären und Figuren. Eingebettet im reichen Laub- und Bandelwerkstuck prangt das bemerkenswerte Deckenfresko von Matthias Zink mit der Darstellung der sieben Gaben des Hl. Geistes. Das theologisch wohl durchdachte Bildprogramm mit weiteren Fresken ist ganz auf dieses Patrozinium ausgerichtet und macht die Neuburger Stadtpfarrkirche zu einer einzigartig illustrierten Pfingstbotschaft.


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