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Zwölfuhrläuten München-Schwabing St. Sebastian

Die katholische Pfarrkirche St. Sebastian in Schwabing zählt zu den wenigen Münchner Beispielen des "Neuen Bauens" der 1920er-Jahre. Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert wollten sich mit ihrem der gemäßigten Moderne verpflichteten Entwurf von Gründerzeit und Jugendstil lösen.

Von: Joachim Hauschild

Stand: 11.04.2010 | Archiv

Der zweigeschossige Sichtziegelbau schiebt sich als massiver Block zwischen Schleißheimer Straße und Hiltensbergerstraße. Heute ist St. Sebastian mit über 8.200 Katholiken die größte Pfarrei im Dekanat "München Innenstadt" und die viertgrößte Pfarrei der Diözese. Als ihr Gotteshaus am 10. November 1929 von Kardinal Faulhaber eingeweiht wurde, stand es noch auf freiem Feld.

Im Krieg zerstört

Das Architekturensemble besteht aus dem von vertikalen und horizontalen Linien gegliederten Langhaus, dem massiven - an einen Kampanile erinnernden - Turm, dem Pfarrhof und dem Pfarrheim. Das Hauptschiff zieht sich mit sieben Jochen über 50 Meter nach Osten hin und wird von niedrig gehaltenen Seitenschiffen begleitet.

Im Juli 1944 von Brandbomben weitgehend zerstört, konnte der Wiederaufbau unter Leitung des Architekten Josef Höhne 1950, die Renovierung und Neugestaltung des Kircheninnenraumes 1964 abgeschlossen werden.

Kühle Atmosphäre

Den Chor dominiert eine ungewöhnliche Darstellung des Kirchenpatrons, er wird von zwei Engeln flankiert, die die Pfeile halten. Heute strahlt die Kirche eine etwas kühle Atmosphäre aus, die nicht jeden ansprechen mag. Die ursprünglichen Glocken aus Bronze hat man während des Krieges eingeschmolzen. Die jetzigen vier Glocken sind in "cis", "e", "fis"und "a" gestimmt. Die größte trägt den Namen "Dreifaltigkeit", die kleinste wird "Arme-Seelen-Glocke" genannt.


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