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Zwölfuhrläuten Laufen an der Salzach in Oberbayern

An der Grenze zum Salzburger Land liegt das schon im 8. Jahrhundert bezeugte Städtchen Laufen an der Salzach. Der reißende Gebirgsfluss macht hier einen Bogen und lässt eine schmale Landzunge entstehen. Darauf befindet sich eine intakte Altstadt im Inn-Salzachstil.

Von: Michael Mannhardt

Stand: 06.01.2010 | Archiv

Einst österreichisch

Vor 1816 gehörte der heute bayerische Rupertiwinkel - und damit auch Laufen - politisch und kirchlich zu Salzburg. Die Salzach war also keine Grenze. Die schöne Eisenbrücke über den Fluss erinnert an diese alten Beziehungen, deren man sich heute wieder mehr denn je zurückbesinnt.

Schifferaltar von Rottmayr

Laufens Stiftskirche "Zu Unserer Lieben Frau" gehört mit ihren drei fast gleich hohen Schiffen zu den interessantesten Kirchenbauten des Landes: Sie gilt als die älteste gotische Hallenkirche Süddeutschlands. Stimmungsvoll wirkt der fast wie ein Kreuzgang gestaltete Bogengang, welcher um drei Seiten der Kirche führt. Der alte Karner, der das Ensemble komplettiert, stellt eine Besonderheit für Oberbayern dar. Reichhaltig zeigt sich auch das Inventar.

Es reicht von gotischen Tafelbildern über den frühklassizistischen Hochaltar bis hin zu einer zeitgenössischen Orgel. Das Altarblatt des Schifferaltars verdient als Werk des berühmten Johann Michael Rottmayr - einem gebürtigen Laufener - besondere Beachtung. Es zeigt den heiligen Rupert, Bischof von Salzburg.

Geläut aus allen Zeiten

Sieben historische Bronzeglocken aus verschiedenen Jahrhunderten - die ältesten aus der Gotik und vorwiegend von Salzburger Meistern gegossen - schwingen hinter den feingliedrigen Schallarkaden des Turmes. Mit ihrem ehrwürdigen Alter, ihren Geschichten und dem edlen Klang gehören sie zum kostbarsten Schatz der Laufener Stiftskirche.


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