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Zwölfuhrläuten Garching in Oberbayern

Im Norden von München liegt der Ort Garching, der sich in den vergangenen Jahrzehnten vom kleinen Bauerndorf zu einem Forschungsstandort mit Weltruf entwickelt hat. 1957 entstand hier der erste deutsche Kernforschungsreaktor, der wegen seiner Architektur im Volksmund das "Atom-Ei" genannt wird.

Von: Dr. Jörg Haller

Stand: 25.11.2007 | Archiv

In der Folge siedelten sich viele Forschungsinstitute, internationale Firmen und mehrere Lehrstühle der Technischen Universität München an. Diese rasante Entwicklung, die parallel dazu die Einwohnerzahl auf rund 15.000 erhöhte, brachte dem 1990 zur Stadt erhobenen Garching auch den Titel "Universitätsstadt" ein.

Besitz des Gowirich

Der erste Beleg in einer Urkunde entstammt der Zeit um das Jahr 915, als Herzog Arnulf die damalige Siedlung vom Kloster Tegernsee einforderte. Im 11. Jahrhundert gelangte sie an das Kloster Weihenstephan, zu dem die Pfarrei bis zur Säkularisation gehörte. Der Ortsname erinnert an die bajuwarische Bezeichnung Gouvirihhinga und bedeutet "Besitz des Gowirich".

Barocke Umgestaltung

Die ehemalige Pfarrkirche St. Katharina steht im alten Ortskern von Garching. Der massive Turm des einschiffigen gotischen Gotteshauses ist noch romanischen Ursprungs. Das 18. Jahrhundert brachte eine festliche Neugestaltung des Innenraums im Stil von Barock und Rokoko: Die reiche Figurenausstattung ist künstlerisch hochwertig, und filigraner Stuck im Chor wie am flachen Tonnengewölbe fasst den Freskenzyklus mit Szenen aus dem Leben der Kirchenpatronin ein. Das Altarblatt des prächtigen Hochaltars zeigt die heilige Katharina. Sehr interessant ist ein Wandgemälde aus der Zeit um 1600, auf dem der gekreuzigte Christus zu sehen ist und reformatorischen Geist erkennen lässt.

Vier neue Glocken

2006 konnte die jetzt nach St. Severin benannte Garchinger Pfarrgemeinde vier neue Glocken im sanierten Turm aufziehen, so dass nun zusammen mit der Glocke von 1622 ein fünfstimmiges Geläute zum Gebet ruft.


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