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Zwölfuhrläuten Vilshofen in Niederbayern

Das Bistum Passau hat zwei Dreiflüsse-Städte. Vilshofen ist die kleinere. Die Einmündung der Vils in die hier noch freifließende Donau bietet vom Turm der Pfarrkirche aus ein malerisches Bild. Die Wolfach aber - etwa achthundert Meter weiter stromabwärts - lässt sich hinter den Auwald-Inseln nur noch ahnen.

Von: Georg Impler

Stand: 06.01.2014 | Archiv

Die Lage Vilshofens könnte man nicht anders als idyllisch nennen, stieße man nicht an manchen Stadthäusern auf die Hochwassermarken vergangener Jahrzehnte. Dennoch brachte nicht das Wasser das größte Unglück über den seit dem Jahr 776 urkundlich belegten Ort, sondern das Feuer.

Spätbarocker, lichtdurchfluteter Sakralraum

Beim Stadtbrand von 1794 starben sechs Menschen und nur drei Häuser blieben unversehrt. Auch das Rathaus und die gotische Kirche Johannes der Täufer wurden zu Ruinen. Für das Gotteshaus traf es sich gut, dass der Wiederaufbau in die Jahre achtzehnhundertdrei und vier fiel - als auch Aldersbach, Niederaltaich und das Augustinerchorherrenstift St. Nicola in Passau säkularisiert wurden. So kam der Spätbarock gestaltete, lichtdurchflutete Sakralraum zu Seitenaltären, Skulpturen, Leuchtern und Bildern, zu seiner vergoldeten Nussbaumholzkanzel, zu Beicht- und Chorgestühl, Taufstein, Orgelprospekt und  dem blickfangenden, bühnenartigen Hochaltar aus diesen Klosterkirchen. Das meiste Arbeiten aus der besten Zeit von Künstlern wie Carlone, Della Croce, Götz, Hafner oder Hartmann.

Prächtiges Geläut

Der Turm erhielt sein neugotisches Achteckgeschoss mit der hoch in den niederbayerischen Himmel ragenden Spitzhaube erst 1865. Auch dass das siebenstimmige Geläute der Vilshofener Pfarrkirche zu den vier prächtigsten Geläuten des Passauer Bistums zählt, verdankt es zum Teil dem Kloster Niederaltaich. Die fünf Tonnen schwere, größte Glocke, gestimmt auf b Null, wurde  1731 in Passau gegossen und hing einst im Nordturm der Abteikirche St. Mauritius.


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