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Zwölfuhrläuten Unterneuhausen in Niederbayern

Unterneuhausen liegt nordwestlich der alten Herzogsstadt Landshut im niederbayerischen Teil der Hallertau.

Von: Jörg Haller

Stand: 10.08.2014 | Archiv

Das Dorf ist seit 1978 ein Gemeindeteil von Weihmichl und besitzt wegen der landschaftlichen Vorzüge und der verkehrsgünstigen Lage zu Regensburg und München große Wohn-Attraktivität. Gut 1.000 Menschen leben in Unterneuhausen und feiern heuer mit einem veranstaltungsreichen Festjahr das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung vor 1.200 Jahren.

Kirche bereits im 9. Jahrhundert erwähnt

Abt Richpald, ein wohlhabender Adeliger, hat im Jahr 814 verfügt, dass seine Besitzungen in "Niuuinhusen" dem Regensburger Kloster St. Emmeram übergeben werden sollten - falls er auf seiner Reise in die Kaiserpfalz Aachen zu Tode käme. Bis zur Säkularisation verblieb Unterneuhausen dann auch fast 1.000 Jahre bei St. Emmeram. In der Schenkungsurkunde ist bereits eine Kirche genannt, von der sich aber - wie auch vom mittelalterlichen Nachfolgebau - nichts erhalten hat. Dieser musste wegen Baufälligkeit abgetragen werden und es entstand ab 1764 in der Unterneuhausener Ortsmitte die katholische Pfarrkirche St. Laurentius.

Rokoko-Kunstwerk

Den einschiffigen Neubau mit Doppelempore und hohem Zwiebelturm für die vier Glocken errichtete der Landshuter Hofmaurermeister Georg Felix Hirschstötter. Mit ausgezeichneten Deckengemälden des Hofmalers Ignaz Kauffmann aus Teisbach wurde die Kirche 1773 fertiggestellt. Er schuf in seinen Fresken neben Evangelisten und Kirchenvätern anschauliche Szenen aus dem Leben des hl. Laurentius. Mit den Muschelwerkstuckaturen und den hochwertigen Schnitzarbeiten des Landshuters Christian Jorhan dem Älteren bietet sich ein stilistisch selten einheitliches Bild: Denn auch die prächtigen Altäre mit ihren Figuren, die Kanzel und das Eichenholzgestühl sind beredte Zeugen der niederbayerischen Kirchenkunst des Rokoko in der schönen Landkirche von Unterneuhausen.


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