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Zwölfuhrläuten Rainertshausen in Niederbayern

Ihr Kirchenpatrozinium ist für die Rainertshauser ein ganz besonderer Tag. Das kleine Dorf nahe dem niederbayerischen Markt Pfeffenhausen hat vor genau 25 Jahren einen alten Brauch wieder aufleben lassen, der immer mehr Anhänger findet: das Erhardi-Fest mit Pferde-Umritt zu Ehren des Kirchenpatrons St. Erhard.

Von: Regina Fanderl

Stand: 10.01.2016 | Archiv

Nun ist ja der Wanderbischof aus Frankreich eigentlich kein Viehpatron, sondern Helfer gegen Kopfweh und Augenleiden. Aber es geht die Legende um, dass er bei seinen Bekehrungsreisen von Regensburg aus, auch einmal nach Rainertshausen gekommen ist. Dort soll er mit "eigenen Händen" einen Brunnen gegraben haben. Das Wasser galt bei den Hallertauer Bauern später als wirksames Vorbeugungsmittel gegen Viehseuchen aller Art und schnell entstand daraus eine beliebte Rösser-Wallfahrt – mit der allerdings Schluss war, als der Traktor das bäuerliche Arbeitspferd abgelöst hatte.

Erhardi-Wasser bei Augenkrankheiten

Vor einem Vierteljahrhundert nun haben die Rainertshauser beschlossen, mit dem "Erhardifest" den Brauch wieder aufleben zu lassen. In den Tagen um das Patrozinium am 8. Januar gehört neben mehreren Gottesdiensten mit Segnung des Erhardi-Wassers, das bei Augenkrankheiten helfen soll und der allgemein hilfreichen "Erhardi-Zeltln" nun auch wieder der Zug der Reiter und Gespanne durch das Dorf dazu. Dabei ist auch das mit fünf Glocken für eine Dorfkirche recht stattliche Geläut zu hören.

Hl. Erhard mit der Axt

Sehenswert ist auch das vor fast 20 Jahren neugestaltete Deckengemälde des Gotteshauses, das thematisch die breite Palette des Lebens samt Himmel, Erde und Fegefeuer umfasst. Im Zentrum aber steht die Apotheose des Kirchenpatrons, der von Gott direkt in den Himmel aufgenommen wird. Dargestellt wird der heilige Erhard gerne auch mit einer Axt. Daher die Bauernregel für den 8. Januar: "Der Erhard mit der Hack', steckt Weihnachten in den Sack." Die Weihnachtszeit ist endgültig vorbei.


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