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Zwölfuhrläuten Hengersberg in Niederbayern

Es ist das Jahr 997, als Abt Gotthard vom Kloster Niederaltaich den Ort Helmgeresberg gründet. Laut Überlieferung schafft er sogar eigenhändig Holz und Steine herbei. Schon wenige Jahre später erwirkt der Geistliche bei König Heinrich II. die Verleihung des Markt- und Zollrechts, und die noch junge Siedlung wird so zum ersten Markt in Altbayern.

Von: Armin Reinsch

Stand: 13.05.2021 12:00 Uhr | Archiv

Bis heute ist die Verbindung zur Abtei Niederaltaich eng, denn die Benediktiner kümmern sich seit einigen Jahren um die Seelsorge im rund 7.800 Einwohner zählenden Hengersberg.

Drei schöne Barockaltäre

Markante Orientierungspunkte im Ortsbild sind beide katholischen Gotteshäuser, die sich - weithin sichtbar - jeweils auf einem Hügel erheben. Auf dem Frauenberg thront die Marienkirche, eine ehemalige Schlosskirche, früher auch Anziehungspunkt für unzählige Wallfahrer. Von hier schweift der Blick hinüber zum Rohrberg mit der jüngeren Pfarrkirche St. Michael. Sie wurde um 1590 erbaut und vereint in ihrem Inneren verschiedene Stilrichtungen. Prägend für den Raumeindruck sind drei schöne Barockaltäre, die nach der Säkularisation aus Niederalteich und Kelheim angekauft wurden. Das qualitätvolle Hochaltarbild von Josef Holzmaier mit einer Darstellung der Kreuzigung Christi ist dem Nazarenerstil zuzuordnen, während Stuckierungen und Deckengemälde aus der Zeit des Neubarock stammen.
Gegenüber der klassizistischen Kanzel verdient eine ausdrucksstarke Kreuzigungsgruppe mit überlebensgroßen Figuren besondere Beachtung.

Ein niederbayerisches Original ist das Geläut im knapp 43 Meter hohen Spitzturm von St. Michael: Vier Glocken von Perner aus Passau und eine von Hahn aus Landshut vereinigen sich zu einem harmonischen Fünfklang in den Tönen c, d, f, g und a.


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