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Zwölfuhrläuten Wendelstein in Mittelfranken

Kirchliches Leben in Wendelstein, einer Marktgemeinde südlich von Nürnberg, reicht bis ins hohe Mittelalter zurück. Da gab es eine örtliche Heilige, die selige Achahildis, die gern mit den Armen der Gegend teilte und wohl den Grund für die Stiftung der heute evangelischen Georgskirche legte.

Von: Klaus Alter

Stand: 06.12.2020 | Archiv

Schon früh schlossen sich die Wendelsteiner dem Reformationsgedanken an. Katholisches Gemeindeleben entstand dann erst wieder Ende des 19. Jahrhunderts. Auslöser dafür: ein verheerender Schädlingsbefall im umliegenden Reichswald. Holzfäller und Waldarbeiter aus dem Bayerischen Wald kamen, arbeiteten – und nicht wenige blieben auch. Die erste Nikolauskirche im Fachwerkstil entstand.

Fünf wohlklingende Schilling-Glocken

Nach dem Zweiten Weltkrieg reichte sie aber bei weitem nicht mehr aus, angesichts zuziehender Heimatvertriebener. In der Folge entschloss man sich zu einem größeren Neubau. Diese zweite Nikolauskirche wurde im August 1963 geweiht, und schon im Dezember zogen fünf wohlklingende Schilling-Glocken im schlanken Turm ein.
Außen und innen ist das Gotteshaus aus weißem Kalksandstein erbaut. Hinter dem Altar schmückt ein großes Kreuz zusammen mit den Darstellungen von Maria und Johannes die Wand. Der Kirchenpatron aus Myra begegnet dem Besucher in einem bunten Glasfenster.

Lebendiges ökumenisches Miteinander

Ebenso wie die Glocken auf das Geläut der nahen evangelischen Georgskirche abgestimmt sind, ist ein lebendiges ökumenisches Miteinander starkes Anliegen der Kirchengemeinden. Zudem weiß sich die Pfarrei St. Nikolaus zur steten Gastfreundschaft für Nahe und Ferne, Fremde und Freunde berufen: ein überkonfessionelles Team engagiert sich im Fairen Handel; um die Kirche scharen sich mehrere gemeindeeigene Gebäude mit viel Platz für alle Generationen sowie Raum für lebendigen Austausch.


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