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Zwölfuhrläuten Stein bei Nürnberg in Mittelfranken

Ist von Stein bei Nürnberg die Rede, dann denken viele, nicht nur die Franken, an holzgefasste Bunt- oder Bleistifte. Tatsächlich ist die Stadt an der Rednitz geprägt von der Familie Faber-Castell, ihrem Unternehmen und auch dem Faberschloss im Stil der Neorenaissance. Ein mächtiger, aber vergleichsweise junger Baukomplex und doch noch ein gutes Stück älter als St. Magnus.

Von: Regina Fanderl

Stand: 07.07.2019 | Archiv

Die Pfarrkirche entstand erst nach dem 2. Weltkrieg, als viele Heimatvertriebene im protestantischen Stein eine neue Heimat fanden. Anstelle der "Notkirche" aus Friedenszeiten wurde vor nunmehr 30 Jahren ein Gotteshaus im so genannten basilikalen Stil gebaut. Also im Stil einer Basilika.

"Steiner Madonna" aus dem frühen 16. Jahrhundert

Durch die Fensterbänder des Dachaufsatzes kommt viel Licht in den Raum; weißes Sichtmauerwerk, der warme Ton des Fußbodens aus Frankenjura und das helle Holz der Bänke machen den Kirchenraum weit und freundlich. Auffallend: der marmorne Altarblock und dahinter, am hohen Standkreuz, der gotische Christus. Daneben steht die "Steiner Madonna" aus dem frühen 16. Jahrhundert. Wiederum aus neuer Zeit ist die Holzskulptur des Propheten Bileam.
Draußen auf dem Kirchplatz erwartet den Besucher ein großes Bronzetor mit dem Baum des Lebens im Paradies und dem Kreuz als neuem Lebensbaum sowie die überlebensgroße Figur des Kirchenpatrons Albertus Magnus als Lehrer.

Marienglocke von 1752

Das Geläute im hohen, quadratischen Turm hat vier Glocken. Die kleinste und älteste Marienglocke wurde 1752 in Amberg gegossen. Die Albertus-Magnus-Glocke von Perner in Passau kam 1971 dazu. 1981 schließlich entstanden in der Glockengießerei in Heidelberg die beiden neuen Glocken, die dem Gründer des Bistums Eichstätt, St. Willibald und seiner Schwester, der Missionarin St. Walburg, gewidmet sind.
Gemeinsam läuten sie nächsten Sonntag den 30. Geburtstag der Kirche ein.


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