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Zwölfuhrläuten Nürnberg-Eibach in Mittelfranken

Eibach ist ein Stadtteil am südlichen Rand von Nürnberg. Während die direkte Nachbarschaft zum Hafen den Anschluss an die große, weite Welt vermittelt, sind die Eibacher doch auch ganz gerne "Dorf in der Stadt".

Von: Regina Fanderl

Stand: 24.06.2018 | Archiv

In dem beliebten Quartier gibt’s alteingesessene Landwirte neben einer der meistbefahrenen Ausfallstraßen, große Schulzentren, eigenständige Bäcker, Metzger, Schreiner, Glaser und ein reges Vereinsleben. Wer will, ist schnell im Zentrum, aber auch schnell draußen im Grünen.

Wehrcharakter der Kirche

Die nunmehr 675 Jahre alte Johanneskirche war auch lange "weit draußen" an der alten Handelsstraße, die von Nürnberg nach Augsburg führte. Heute steht der Sandsteinbau mit dem Spitzhelmturm ein wenig versteckt zwischen mächtigen Laubbäumen. Trotz der vielen baulichen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte hat sie sich bis heute den ursprünglichen Charakter einer schlichten Dorfkirche bewahrt.

Seit der Einführung der Reformation in Nürnberg 1524 ist Eibach protestantisch. Die Kirche erhielt ein neues Patrozinium und wurde Johannes dem Täufer geweiht. Vermutlich diente sie im Dreißigjährigen Krieg als eine Art Fliehburg vor den Wallensteinschen Truppen. Dicke Mauern bezeugen den einstigen Wehrcharakter der Kirche.

Freigelegte gotische Wandfresken

Durch ein Spitzbogenportal betritt man einen stimmungsvollen Raum, der sein Licht durch fünf Spitzbogenfenster erhält. Der Chorraum mit dem Fachwerkaufsatz über dem Triumphbogen ist pures Mittelalter. Die wieder freigelegten gotischen Wandfresken machen St. Johannes zu einem besonderen Schmuckkästchen, da diese Kirche, im Gegensatz zu anderen in Nürnberg, den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden hat.

Im Turm hängt ein frohes, dreistimmiges Glockengeläut und lädt eine lebendige Gemeinde zum Gebet.


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