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Zwölfuhrläuten Hilpoltstein in Mittelfranken

Ostern ist für die Christusgemeinde in der mittelfränkischen Stadt Hilpoltstein heuer ein schöner Erinnerungs-Termin. War es doch der Ostersonntag, als vor 60 Jahren, 1958, zum ersten Mal die neuen Glocken ihrer Kirche zur Auferstehungsfeier im Idealquartett: fis'-a'-h'-d' läuteten.

Von: Regina Fanderl

Stand: 02.04.2018 | Archiv

Nachdem die alten Glocken der Rüstungsindustrie zum Opfer gefallen waren, hatte der Kirchenvorstand einstimmig beschlossen, bei der Karlsruher Glockengießerei Gebrüder Bachert vier neue Exemplare zu bestellen.

Elegante Schlichtheit

Ob die große Christusglocke, die Paulus-Glocke, die Luther- oder die Wichernglocke – jede hat seither ihre eigene Aufgabe in der Kirche, die 1926 fertig gestellt wurde. Fränkisch-behäbig steht sie da, mit ihrem goldgelben Anstrich und dem Wetterhahn auf dem Turm.
In ihrem Innenraum stellt der Besucher rasch fest, dass die vergleichsweise sehr junge Christuskirche mehr durch elegante Schlichtheit als durch alte Kunstwerke überzeugt. Da ist etwa Christus als "Weltenrichter", eine Holzplastik des Bildhauers Reinhart Fuchs. Vom selben Künstler stammen auch Taufstein und Empore, wie auch das zuletzt erworbene Kunstwerk: der Mensa-Altar, der als Gegenpol zum gekreuzigten Christus den Tag der Auferstehung symbolisieren soll.

Lebendiges Miteinander und ökumenischer Gedanke

Im Unterschied zu den meisten Nachbargemeinden stellt die evangelische Kirchengemeinde von Hilpoltstein eine Diaspora dar. Es gibt hier deutlich mehr katholische als evangelische Christen. Umso größer ist das lebendige Miteinander und der ökumenische Gedanke – er wird groß geschrieben. Man pflegt regen Kontakt, es gibt sporadisch gemeinsame Sitzungen und Pfarrbriefe, gemeinsame Gottesdienste und Feste. Mögen die Geburtstagsglocken noch oft dazu einladen.


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