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Zwölfuhrläuten Röthenbach in Mittelfranken

Vor den Toren Nürnbergs, wenige Kilometer vom Moritzberg entfernt, liegt Röthenbach an der Pegnitz. Die rasante Entwicklung dieser 12.000-Einwohner-Stadt begann mit der Industrialisierung.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 23.01.2011 | Archiv

Das 100-jährige Pfarrjubiläum der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius gründet auf der Zeit, als viele Menschen aus der Oberpfalz und Niederbayern in die neuen Fabriken des schnell wachsenden Ortes kamen.

Schlichte, klare Linien

Schon 1910 gab es die Erlaubnis für einen Kirchenneubau. Kriege und Geldmangel verhinderten jedoch das Vorhaben immer wieder. Erst 1954 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, einem Bau im geprängelosen Nachkriegsstil: schlicht, klare Linien, aufs Wesentliche reduziert. Das Kirchenschiff ist auch im Inneren sehr einfach, um nicht zu sagen, zweckdienlich gehalten. Der Blick führt auf das große Altarbild. Darunter der Altartisch, der bildhaft auf zwölf stabilen Balken ruht. Auf einem Seitenaltar findet sich das einzige historische Kunstwerk in der Kirche St. Bonifatius. Wie die Marienfigur aus dem späten 15. Jahrhundert den Weg in's Gotteshaus fand, ist jedoch bis heute unklar. Auf der gegenüberliegenden Empore hat die große Steinmeyer-Orgel ihren Platz, dahinter ein rundes Glasgemälde-Fenster mit der Auferstehung Jesu.

"Genius loci" in luftiger Höhe

Neben dem Kirchenschiff steht der mächtige Glockenturm. Nur ein Übergang verbindet beide. Die hohen schmalen Durchbrüche am Glockenstuhl wirken elegant und geben zudem den Blick auf die vier Bronzeglocken frei.

Den Blick umgekehrt vom Glockenstuhl herunter, kennen viele Röthenbacher Gläubige ebenfalls. Denn regelmäßig wird der Turm zur Galerie. Künstler aus aller Welt nutzen den "Genius loci", mit seiner Spannung zwischen Kunst und Glauben.


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