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Zwölfuhrläuten Erlangen-Bruck in Mittelfranken

Wo einst die aus Böhmen kommende Eisenstraße die Regnitz überquerte, entwickelte sich aus einer Ansammlung von Mühlen die ehemalige Marktgemeinde Bruck. Obwohl mittlerweile seit fast 90 Jahren ein Teil der Stadt Erlangen, hat sich ein eigenständiger örtlicher Charakter bis heute erhalten.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 29.01.2012 | Archiv

Mittelpunkt des Stadtteil-Lebens ist noch immer die evangelische Pfarrkirche St. Peter und Paul, deren Ursprung bis ins 11. Jahrhundert reicht.

Turm mit "Pfefferbüchsen"

Fast 70 Meter hoch ragt der Spitzhelm des aus einheimischem Sandstein erbauten, mächtigen Turms in den Himmel, flankiert von vier im Volksmund "Pfefferbüchsen" genannten Scharwächtertürmchen. Eine mächtige Mauer umgibt den Kirchhof und trennt ihn vom Ufer der Regnitz.

Reiche Bildersprache

Lässt man das städtische Treiben in Bruck hinter sich, bietet das Kircheninnere einen still-besinnlichen Ort, der vor allem mit seiner reichen Bildersprache beeindruckt. Viele Engelsfiguren finden sich im üppigen Stuck an der Decke, biblische Szenen schmücken die zweistöckige Empore und der geschnitzte Flügelaltar von 1508 zeigt unter anderem auch die Kirchenpatrone Peter und Paul.

Barocke Kanzel

Der Blick fällt vor allem auf die Moseskanzel, die Ende des 17. Jahrhunderts ein Brucker Schreinermeister und ein Bildhauer aus Fürth schufen. Eine fast lebensgroße Mosesfigur trägt die Kanzel auf den Schultern und hält dazu die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten. Auf dem Schalldeckel steht Christus als Erlöser, an der Kanzel selbst sprießen Rebstöcke und Trauben als Früchte des Glaubens.

Vorreformatorische Glocke

Ein weiteres Kleinod von St. Peter und Paul hängt verborgen unter dem Kirchturmdach, das derzeit grundlegend saniert wird. Die älteste Glocke des heute vierstimmigen Geläuts stammt noch aus vorreformatorischer Zeit um 1500. Mit dem so genannten "Te Deum - Motiv" rufen die Bronzeglocken die Gläubigen in Erlangen-Bruck zum Gebet.


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