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Zwölfuhrläuten Dietenhofen in Mittelfranken

Der imposante Turm der evangelischen Pfarrkirche ragt hoch über die Dächer der mittelfränkischen Marktgemeinde Dietenhofen.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 07.11.2010 | Archiv

Mit den im Volksmund "Pfefferbüchsen" genannten Scharwächtertürmchen und den bunt glasierten Dachziegeln prägt er seit über 500 Jahren das Ortsbild.

Grabkirche

Die Wurzeln des Dietenhofener Gotteshauses sollen aber zurück ins Jahr 1009 reichen, als Kunigunde, die Gemahlin Kaiser Heinrich II., die Kirche im Tal der Bibert gründete. Urkundlich belegt ist St. Andreas spätestens im 15. Jahrhundert als Grablege der Herren von Leonrod, deren Grabplatten noch heute vor dem Chorraum zu finden sind.

Gotischer Flügelaltar

Nicht weniger beeindruckend als der gotische Turm ist das Kirchenschiff im romanischen Stil. Unter einem Tonnengewölbe erhebt sich über zwei Seiten eine Doppelempore. Obwohl die Reformation in Dietenhofen früh Einzug hielt, zeigt das Inventar immer noch deutlich seine katholische Prägung. Besonders der Flügelaltar aus der Zeit um 1510 zieht den Blick auf sich. Das Gesamtbild des geöffneten Altars zeigt die Stationen aus dem Leben eines Christen: Arbeit, Prüfung, Hingabe, Tod und in der Mitte der gekreuzigte Heiland. Der Kunigundenflügel links vom Altartisch ist ein Hinweis auf die angebliche Kirchengründerin. Auf den rückseitigen Gemälden der in der Passionszeit geschlossenen Altarflügel sind zahlreiche Heilige zu sehen, darunter der Frankenapostel Kilian.

Totenglocke aus dem 13. Jahrhundert

Eine Besonderheit bildet auch das Geläut der Dietenhofener St. Andreas-Kirche. Die Totenglocke, die aus dem ersten Geläut von 1270 stammt, blieb über die Jahrhunderte als einzige immer im Turm und wird noch heute von Hand geläutet. Die 11-Uhr-Glocke stammt ebenfalls aus vorreformatorischer Zeit. Nachdem im Zweiten Weltkrieg Glocken abgegeben werden mussten, vervollständigten drei neue Bronzeglocken aus dem Jahr 1955 das Geläut, das die Dietenhofener heute zum Gottesdienst ruft.


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