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Zwölfuhrläuten Altenthann in Mittelfranken

Die evangelische Kirche von Altenthann hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Um 1100 errichteten die Ritter von Thann, an den Kreuzzügen beteiligte kaiserliche Ministeriale, hier ihren Herrensitz.

Von: Ursula Naumann

Stand: 21.10.2001 | Archiv

Fast versteckt hinter hohen Bäumen und von Fachwerkhäusern umgeben liegt sie da, die evangelische Kirche von Altenthann, heute Ortsteil der Gemeinde Schwarzenbruck im Nürnberger Land. Um 1100 errichteten die Ritter von Thann, kaiserliche Ministeriale, die an den Kreuzzügen beteiligt waren, hier ihren Herrensitz.

465 Jahre Kirchenpatronat endeten erst im Jahr 2000

An der Stelle dieses Herrensitzes wurde über dreihundert Jahre später auf dem Burgfelsen eine Kapelle gebaut und dem Hl. Veit geweiht. Im Jahr 1535 erwarb der Nürnberger Patrizier Paulus, Grundherr von Weiherhaus, Ort und Kapelle und nannte sich Grundherr von Weiherhaus und Altenthann. Spätere Nachkommen der Familie - sie existiert noch heute - ließen die Ortsnamen weg und hießen dann einfach von Grundherr. Das Kirchenpatronat der Familie von Grundherr, das das Recht der Mitsprache bei der Pfarrerwahl enthielt, aber auch die Verpflichtung, für den Erhalt der Kirche zu sorgen, dauerte nicht weniger als 465 Jahre und endete erst kürzlich, nämlich am 31. Dezember des Jahres 2000.

Kirche niedergerissen und neu errichtet

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Kirchlein eingerissen und im barocken Stil neu errichtet. Ein viereckiger Turm, gekrönt von einer sogenannten "welschen" Haube, überragt das Dach des Langhauses nur wenig. Nach der grundlegenden Renovierung im Jahr 1995 zeigt der Innenraum mit seiner prächtigen Holztonnendecke und den Emporen auf beiden Seiten jetzt wieder die warmen Ockertöne der alten Kirche, in der sich auch mehrere Kunstwerke aus ihrer Frühzeit erhalten haben. Besonders bemerkenswert sind Feldgottesdienstgeräte aus dem Besitz dreier Offiziere der Türkenkriege, darunter auch des damaligen Grundherrn von Weiherhaus und Altenthann: Ein silbervergoldeter Kelch und eine Hostiendose.

Jahrhundertelang gehörte die Kirche zur Pfarrei Altdorf, im frühen 17. Jahrhundert bekam sie einen eigenen Pfarrer. Heute bilden die Nachbarorte Altenthann und Burgthann gemeinsam eine Kirchengemeinde.


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