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Zwölfuhrläuten Tuchenbach in Mittelfranken

Zwischen Herzogenaurach und Cadolzburg, wenige Kilometer vom Main-Donau-Kanal entfernt, liegt Tuchenbach. Der Ort hat in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Bevölkerungsentwicklung erfahren. Dies machte einen eigenen Friedhof notwendig und ließ auch den Wunsch nach einer Kirche aufkommen.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 05.05.2013 | Archiv

In seiner über 700-jährigen Geschichte hatte Tuchenbach nie ein eigenes Gotteshaus. Zu Taufen, Konfirmationen, Beerdigungen und Kirchenfesten mussten die Gläubigen ins benachbarte Veitsbronn.

Weg des Lebens symbolisiert

Im Sommer 2000 wurde schließlich am Ortsrand die neue evangelische Friedenskirche geweiht. Auf den ersten Blick ein schlichter moderner Zweckbau, birgt das Gotteshaus aber ein bis ins Detail verwirklichtes Konzept: Dunkle Quadrate im Steinboden symbolisieren den Weg der Gläubigen durch ein christliches Leben hin zur Ewigkeit. Er beginnt am freistehenden Glockenturm mit seinen drei Glocken, der die Friedhofsmauer gleichsam überwindet und den ersten Schritt zum Glauben versinnbildlicht. Durch den einfach gestalteten, hellen Innenraum führen die Steine zum freistehenden Altar aus Porphyr. Aus diesem bereits in der Antike geschätzten Material schuf der Steinmetz und Bildhauer Heinz-Leo Weiß auch die Sockel von Taufbecken und Osterleuchter.

Mahnung an den Tod

Ein bronzenes Kreuz hängt oberhalb des Altars im großen Ostfenster. Von der Empore aus bietet es einen Blick hinüber nach Veitsbronn und schafft so eine Verbindung zur alten Kirche.

Besonders auffällig ist aber die zweiflügelige Metalltüre unter dem Fenster. Sie wird nur zu Beerdigungen geöffnet und weist  den Weg aus dem dann lichtdurchfluteten Kirchenraum, vorbei am Altar hinaus auf den Friedhof. Der symbolische Glaubensweg, der am Turm begann, endet an einer Bahre aus dunklem Schiefer als Mahnung an den Tod.


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