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Schreiben im Dialekt Zuhause bei Fitzgerald Kusz

Er schreibt im mittelfränkischen Dialekt und schaut dabei dem Volk sehr genau aufs Maul: Fitzgerald Kusz. Wir haben den Dichter zuhause besucht – und mit ihm über seine Sprache, enttäuschte Liebe und das Schreiben im Dialekt gesprochen.

Stand: 29.05.2020

Fitzgerald Kusz | Bild: picture-alliance/dpa

Geboren wird Fitzgerald Kusz als Sohn eines Opernsängers und einer Hausfrau in Nürnberg. Er wächst im mittelfränkischen Forth auf und besucht in Nürnberg das humanistische Melanchthon-Gymnasium. Nach dem Abitur studiert er Germanistik und Anglistik in Erlangen und unterrichtet zehn Jahre lang an einem Nürnberger Gymnasium.

Kusz entdeckt die Welt der Kunst

Vor 70 Jahren – also mit 5 – hat Fitzgerald Kusz sein erstes Theatererlebnis. Mit seinem Vater, der vor dem Krieg Opernsänger war, und mit seiner Mutter darf er 1950 in Ostberlin in der Komischen Oper den "Zigeunerbaron" in der Inszenierung von Regie-Star Walter Felsenstein sehen. Dieses Ereignis war prägend und zeigte dem kleinen Fitzgerald, dass es noch eine andere Welt neben der des Dorfes gab. Eine Welt, die spannend, bunt und schillernd ist: die Welt der Kunst.

Eine enttäuschte Liebe und das Schreiben im Dialekt

Vor 50 Jahren gab es ein weiteres einschneidendes Erlebnis im Leben des Fitzgerald Kusz. Im Sommer 1970 haute er voller Wut ein Gedicht in seinen Adler-Dippa, seine Schreibmaschine. Auslöser: enttäuschte Liebe und gleichzeitig Geburtsstunde des Schreibens im Dialekt.

"Mei Sprouch"

In seinem Essay "Mei Sprouch" erwähnt er diese Schimpfrede, in der er seine Wut über ein geplatztes Date zum Ausdruck bringt. Diesen Essay hören Sie in den Fränkischen Gschichten und wir stellen dem rüstigen Rentner Fragen übers Schreiben in Zeiten von Corona. Zuhause bei Fitzgerald Kusz!


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