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Mundart-Magazin Wortdrechsler und Liedermacher

Im Mundart-Magazin geht es diesmal viel um gesungene Mundart. Los Dos y Companeros stellen ihre neue CD vor. Außerdem sprechen wir mit dem Mundart-Kabarettisten Sven Bach sowie dem Wortdrechsler und Liedermacher Udo Lang.

Stand: 14.02.2018

Sven Bach, Kabarettist und Sänger | Bild: Ilona Hörath

Der Zimmermeister Udo Lang reiste aus dem kleinen Dorf Buch in Mittelfranken nach Kanada und in die USA, begleitet von seinem Cousin Ferdinand Lang. Die beiden waren "lang lang unterwegs" – zum größten Teil mit dem Fahrrad. Nach der Tour hat Udo Lang seine Erlebnisse zu Liedern verarbeitet und sich gleich nochmal auf Reisen begeben. Dieses Mal auf Konzertreise quer durch Deutschland – natürlich auch wieder mit dem Fahrrad. Seitdem bringt er in fränkischer Mundart und mit trockenem Humor auf die Bühne, was er sich so übers Leben denkt.

"Hey do dut mer der Oosch weh"

"Während der Tour ist ein Song entstanden und der heißt: 'Hey do dut mer der Oosch weh'. Unterwegs haben die Leute immer gefragt: Hey, wie kann man so lang Fahrrad fahren? Da tut doch der Oosch weh! Und dann hab ich mir unterwegs Gedanken gemacht, vo was mer eigentlich wirklich der Oosch weh tut und das ist der einzige Song, der unterwegs entstanden ist."

Udo Lang, Liedermacher

"Gestern war er noch BWL Student, heut ist er im Personalmanagement und stellt den Laden komplett auf den Kopf. Es muss Geld nei in die Kassen alles andere ist net von Belang. Hey, da tut mir der Oosch weh!" Auszug aus ' hey do dut mer der oosch weh' von Udo Lang

Bissig, scharf und leidenschaftlich

Das großes Vorbild ist der Liedermacher Hans Söllner. Wie er, will Udo Lang bissig, scharf und mit Leidenschaft die Gegenwart kommentieren.

"Die größte Leidenschaft gehört eigentlich der Musik. Lieder machen. Die Welt beobachten, schauen, was passiert und das, was mer für nicht gut findet, in Lieder verpacken, aber auch vielleicht des, was ma gut findet. Aber es is scho sehr am knistern grad so überall in der Welt wenn ma sich so umschaut. Und das ist schon was, was mir sehr nahe geht."

Udo Lang, Liedermacher

Aufgewachsen ist Udo Lang in dem kleinen Ort Buch im Zenntal, etwa 40 Kilometer westlich von Nürnberg, zwischen Ansbach, Neustadt an der Aisch und Würzburg. In der Nähe hat er auch seine Ausbildung zum Zimmermann gemacht. Dann kam der Ausflug in die große, weite Welt. Heute lebt er unweit von seinem Heimatort in Trautskirchen. Mittelfranken hat ihn geprägt – auch seine Sprache.

"Mir ham daham immer Mundart gesprochen. Da hat´s gar nix andersch gegeben. Von Generation zu Generation, also meine Großeltern, meine Eltern und jetzt meine Generation. Allerdings, wenn ich jetzt beobachte: meine Geschwister mit ihre Kinder, da wird schon viel mehr Hochdeutsch gesprochen. Wahrscheinlich, weil in der Schule und überall das mehr gefordert wird und weil einfach viel mehr Input von außen kommt. Aber wenn´s dann jetzt drum geht bei meiner Musik, da denk ich werde ich so besser verstanden in Mundart, als würde ich versuchen, ein richtig gutes, klares Hochdeutsch zu sprechen. Da sing I no lieber in Englisch."

Udo Lang, Liedermacher

Auftritte erst wieder im Sommer

Musikalisch lässt sich Udo Lang von Bruce Springsteen, Fredl Fesl und dem irischen Liedermacher Glen Hansard inspirieren. Er tritt allein auf oder auch mit einer Band. Der Franke singt auf Liederfestivals, in Kneipen und auf der Straße. Auftreten will er aber erst im Sommer wieder, denn momentan baut sich der Zimmermeister gerade ein Haus. Ein Haus auf vier Rädern, ähnlich einem Zirkuswagen. Er braucht nicht viel zum Leben, sagt Udo Lang. Die 18 Quadratmeter, die sein neues Zuhause haben wird, reichen ihm. Er mag es einfach.

Neues Album von Los Dos y Compañeros

Fünf Jahre mussten die Fans von Los Dos y Compañeros auf das neue Album der Band warten. Nun ist es da: "Mir woll'n Bewegung" heißt es. Darauf klingen die Musiker aus Amberg so entspannt, so frisch und so ambitioniert wie eh und je – mit ihrem ganz besonderen Stilmix aus Mundart und Salsa.

Oberpfälzer Mundart und kubanische Musik

Los Dos y Compañeros

Bereits seit 1996 experimentiert die Band um Don Macson mit dieser ganz besonderen Symbiose aus Oberpfälzer Mundart und kubanischer Musik. Vor 20 Jahren hat es begonnen in Amberg. Und kubanische Musik steht für Ausgelassenheit, für Freude, für gute Stimmung, so findet man davon auch auf dem Neuen Album reichlich. Aber nicht nur und das ist eine Besonderheit diesmal. Denn im Titel "Schamma" wird man zu Recht auch auf den Boden der Tatsachen heruntergeholt. Da sind zwei Drittel der Stücke bereits gehört und der Text – wie so oft bei Los Dos y Compañeros – eher zweitrangig zur Kenntnis genommen. Doch dann plötzlich aufgemerkt: Kapitalismus und Globalisierungskritik.

Ausgelassene Stimmung und ansteckende Tanzfreude

Doch die besondere musikalische Zusammenarbeit der Kubaner und Oberpfälzer trägt natürlich zum kulturellen Austausch bei und führt sprachlich dazu, dass in Wirtshäusern rund um Amberg viele Kubaner plötzlich in ur-oberpfälzerischer-Art Getränke bestellen können. "Mir woll'n Bewegung" ist ein gelungenes Album der Band Los Dos y Compañeros. Diesmal mit original kubanischer Musik, mit abwechslungsreichen Stücken und wie eigentlich immer mit der besonderen Melange aus ausgelassener Stimmung und ansteckender Tanzfreude.

Reden, ohne lang nachzudenken

Sven Bach

Einen Studiogast haben wir auch: Sven Bach, Ihnen vielleicht bekannt aus der Närrischen Weinprobe im BR Fernsehen. Wenn Bach etwas am Herzen liegt, dann redet er einfach munter drauf los, ohne lange nachzudenken. Was da so alles aus ihm heraussprudelt, sorgt bei seinem Publikum für unbändige Lachsalven. Der Nürnberger Mundart-Kabarettist und -sänger weiß in seinen Bühnenprogrammen die Pointen perfekt zu setzen.


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