BR Heimat


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Fränkische Gschichten Was ist Heimat?

Im Zeitalter von Globalisierung, Wirtschaftskrise und Wertewandel entdecken viele, wie wichtig es ist, sich zu Hause zu fühlen. Zuhause ist ein Ort, an dem man ein Grundgefühl von Geborgenheit spürt. Doch Heimat ist viel mehr.

Stand: 22.10.2017

Heimatschmeichler | Bild: BR

Daheim fühlen wir uns an Orten, mit denen uns emotional etwas verbindet. Der Ort, an dem wir aufgewachsen sind oder an dem wir unsere eigene Familie gründen. Aber Heimat ist mehr: Mehr als Heim, mehr als Heimstatt, mehr als Heimatstadt, mehr als Heimatland. Heimat ist eigen. Konturlos verschwimmend in Farben und Formen, ausufernd und ungreifbar wie ein Traum.

Die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen

Eigentlich ist das Wort Heimat ja kaum übersetzbar und nicht einfach zu beschreiben. Es ist der Ort der Verwurzelung, doch kann dieser Ort ein tatsächlicher Ort sein, oder doch eher ein Gefühl, ein Gedanke oder eine Erinnerung? Solange die Heimat da ist spürt man sie kaum. Aber sind wir fern von ihr, treten Schmerzen auf, in unserer Seele. Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen, schrieb Theodor Fontane. Wir versuchen in den Fränkischen Gschichten, das Wort Heimat zu erfassen.

Unser Gedächtnis betreibt Spurensicherung

Beim Sich-zuhause-Fühlen spielen Menschen und Gefühle eine große Rolle. Zuhause ist ein Ort, an den wir eine gute Erinnerung haben, meistens. Unser Gedächtnis betreibt Spurensicherung. Wir besetzen Orte mit unseren Geschichten und Gefühlen. Das macht diese Punkte zu vertrauten Orten, die ganz unterschiedliche Qualitäten haben können, wie Wilhelm Staudacher, Engelbert Bach, Irene Reif und Günther Hießleitner in den Fränkischen Gschichten beschreiben.

Heimatbild Rhön

Wir haben außerdem Helmut Haberkamm gebeten, für unsere Sendung in die Rhön zu fahren, Menschen zu treffen, die dort zuhause sind, deren Heimat dieses wunderschöne Fleckchen Erde ist. Mitgebracht hat er uns ein Heimatbild Rhön.

Sprache und Heimat

Die Sprache ist für viele ein ganz wichtiger Teil der Heimat und ihrer Identifikation. "Wenn ich daheim bin, versteht mich jeder sofort", sagt der Politiker Wolfgang Schäuble und bekennt damit, dass ihm diese Geborgenheit auch in der Sprache, im Dialekt wichtig sei. Was Sprache und Heimat miteinander zu tun haben, das versucht Markus Döllinger in den Fränkischen Gschichten zu erklären.

Das oberfränkische Wort des Jahres 2017 ist gekürt

Und: Seit 2015 wird es gewählt, das oberfränkische Wort des Jahres. Damit sind die Oberfranken den Mittel- und Unterfranken voraus, ebenso allen südlichen Bayern. Zwar gibt es das hochdeutsche Wort des Jahres, doch mit dem oberfränkischen Wort des Jahres wird offiziell ein Dialektwort ausgezeichnet. Allein die Sachsen waren schneller und küren bereits seit 2008 ihren regionalen Favoriten. Am 1. Oktober war es wieder soweit: Der Bezirk Oberfranken kürte erneut das oberfränkische Wort des Jahres 2017. Gewonnen hat das alte Wort "urigeln", das wir in den Fränkischen Gschichten neu für Sie entdecken.


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