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Nürnberg 2025 Rund ums Frankenland

Ganz im Zeichen der Bewerbung um die Kulturhauptstadt Nürnberg 2025, bietet Fränkisch vor 7 in der Woche vom 12.-16. Oktober eine Reihe Sendungen rund ums Frankenland.

Stand: 10.10.2020

Frankenland-Marienland | 12.10.2020

Weltweit wird die Gottesmutter Maria von Christen verehrt, so auch in Franken. Im Frühjahr 2020 wurde der bestehende unterfränkische Marienweg ins Erzbistum Bamberg erweitert und ist nun mit einer Gesamtlänge von 2000 Kilometern der längste zusammenhängende Wanderweg in Deutschland.

Zu verdanken ist diese Erweiterung dem Forchheimer Dekan Martin Emge, dem das eine Herzensangelegenheit war

Dem Franken liegt das Pilgern im Blut. Heißt es doch schon im Frankenlied ganz deutlich "Wallfahrer ziehen durch das Tal mit wehenden Standarten. Hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten".  Für Dekan Martin Emge ist Wallfahren "beten mit den Füßen"

Gerade in der Metropolregion führen die Wanderwege über weite Strecken durch protestantisch geprägte Gebiete und es sind ganz im Zeichen der Ökumene auch evangelische Kirchen als Stationen aufgenommen worden. Dekan Martin Emge betont: "Maria gehört den nicht Katholiken alleine" Und so kommt der Wanderer nicht an Maria vorbei, es finden sich Madonnen an Hauswänden, in kleinen Kapellen oder auf Bildstöcken. Das Frankenland ist also definitiv auch Marienland.

Maria Bauer nimmt die Hörer mit auf den Fränkischen Marienweg, auf dem jeder willkommen ist, ob kirchennah oder nicht, ob Familie zum Wochenausflug oder Einzelpilger. Sie alle können sich, der Natur und Maria auf dem Fränkischen Marienweg begegnen.

Frankenland Dialektland | 13.10.2020

Nürnberg und die Metropolregion bergen viele sprachkulturelle Schätze: Neben Standarddeutsch und vielen anderen Muttersprachen wie z.B. Türkisch, Griechisch, Suaheli, Spanisch oder Chinesisch, sind hier zudem eine Vielzahl an Dialekten und Dialektausformungen beheimatet. Sie eröffnen den Sprechenden den Zugang zu einer reizvoll bunten und mit blumigen Ausdrücken gespickten Wortwelt.

Fränkisch vor 7-Moderator David Saam, der selbst ein großes Faible für Dialekte besitzt und schon das Betthupferl bzw. Beddhubbferla in oberfränkischer Mundart eingelesen hat, hat sich den fränkischen Mundartdichter Helmut Haberkamm als ausgewiesenen Experten ins Studio geladen. Erst vor kurzem hatte dieser sein Buch "Gräschkurs Fränkisch" veröffentlicht.

Im Gespräch kommen die Beiden auf die Stärken des Dialektsprechens, geben Tipps für Lernbegierige, beleuchten die integrativen Möglichkeiten, heben besonders beachtenswerte Perlen hervor und schrecken auch nicht vor der Klärung von Schimpfwörtern wie dem "Bebbmgoori" oder der "Abordbrinzessin" zurück. Auch auf die Frage, wo die vielen "äi"s und "ou"s im Nürnberger Dialekt herkommen, hat Helmut Haberkamm eine spannende Antwort parat.

Und schließlich werden in der Sendung auch prominente Persönlichkeiten mit zum Teil ungeheuerlichen Namen vorgestellt, wie sie die Mundart kennt. Auf Hochdeutsch muten manche von ihnen dann  aber doch etwas seltsam an. Oder was soll man davon halten, wenn sich jemand als "Karl Arschmann" oder "Pimperlein von Lauf" vorstellt?

Man sieht, Dialekt ist nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Aber es hält viele wunderbare Facetten bereit, sich treffend auszudrücken und gleichermaßen königlich zu amüsieren.

Frankenland - Kirchweihland | 14.10.2020

Ein Jahr ohne Kerwa - kaum vorstellbar für Kerwaburschen, -madli und traditionsbewusste Menschen und Organisationen, die Jahr für Jahr ihre Kirchweih planen und feiern. So manche fränkische Dorfgemeinschaft kann sogar auf eine Jahrhunderte lange Kirchweihtradition zurückblicken.

Wenig Freude zeigt sich auch unter all den Musikanten, die dieses Jahr nicht spielen dürfen zur Kerwazeit. Ein Saison-Ausfall - für die einen eine ärgerliche Sache, für andere, die von der Musik leben und damit ihre Familie ernähren müssen, eine Katastrophe. Freiberufler haben es derzeit richtig schwer und genau deshalb hat sich das Kellerkommando eine Aktion mit dem Titel "Wer hodd Kerwa? - mir homm Kerwa" ausgedacht.

"Hamm Sie sich scho a Kerwa Support-Ticket in Bronze, Silber oder Gold zugelecht?"

Das Kellerkommando ruft in Eigenregie dazu auf, der Kerwakultur und damit verbunden auch den Künstlern unter die Arme zu greifen und lädt zu Konzerten ein, die diesmal nicht stattfinden. Ein einziges Gartenkonzert wird stattfinden, der Gewinner muss allerdings noch ermittelt werden.

"Erst haben wir gedacht: Mist, 2020 - keine einzige Kirchweih findet statt. Wir müssen unseren "Kerwa"-Song auf nächstes Jahr verschieben. Aber dann haben wir gemerkt, wie durstig die Menschen dieses Jahr auf Kerwa sind, gerade weil keine ist. Also haben wir gesagt: Wir müssen diesen "Kerwa"-Song gerade JETZT herausbringen!"

"Wer hodd Kerwa? - mir homm Kerwa"
- Ein vielseitiges Projekt. Das Kellerkommando ruft dazu auf, den originären "Kerwaruf" einzusenden und viele Kirchweihburschen und -verantwortliche sind auf Anhieb dabei. Der Kerwa-Song 2020 kann fertiggeschrieben werden.

Weil die Musiker vom Kellerkommando nichts dem Zufall überlassen und von Beginn an einen professionellen Auftritt an den Tag legen, entsteht auch gleich ein professionelles Video (YouTube).

"Wer hodd Kerwa? - mir homm Kerwa" - Parallel zu all dem ist das Kellerkommando als "Kerwakommando" seit Mitte Juni in der Metropolregion auf den Spuren der fränkischen Kerwa unterwegs. Knapp 40 Ortschaften haben in erster Linie der Trompeter Stefan Schalanda und Posaunist Ilya Khenkin bereits bespielt und dabei unwahrscheinlich nette Menschen getroffen und kennengelernt. Bis Ende November, bis zum Ende der Kirchweihzeit in Franken, soll es weitergehen. Allerdings wird bis zum Schluss nicht verraten, wo der nächste Einsatz am kommenden Sonntag stattfindet.

Wer inzwischen neugierig geworden ist, mehr über die Jungs vom Kellerkommando erfahren oder gar ein Kerwa Support-Ticket in Bronze, Silber oder Gold erwerben möchte, wird unter www.kellerkommando.de fündig


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