BR Heimat


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Wir unterwegs Fränkisch vor 7 - live aus Zeil

Am vergangenen Freitag verabschiedeten wir unser BR-Urgestein Eberhard Schellenberger bei BR Heimat in den wohlverdienten Ruhestand mit einer ausergewöhnlichen Sendung Fränksich vor 7 - live aus...

Stand: 28.07.2020 13:28 Uhr

Eberhard Schellenberger | Bild: BR/Jürgen Wirth

Schön war die Zeit - Ade, lieber Eberhard! Verabschiedung für BR-Urgestein Eberhard Schellenberger.

Bis zu seiner offiziellen Verabschiedung in den wohlverdienten Ruhestand gehen für Eberhard Schellenberger, dem Chef des Mainfrankenstudios in Würzburg, zwar noch ein paar Arbeitstage ins Land. Aber der Abschied von BR Heimat-Franken im Rahmen der Sendung Fränkisch vor 7 war in jedem Fall schon mal mit Überraschungen und Emotionen verbunden.

Für uns als Redaktion BR Heimat-Franken ist Eberhard eine feste Größe: er war schon lange vor uns allen beim Bayerischen Rundfunk und hat auch schon lange vor uns Volksmusik-Sendungen moderiert. Emil Händel, der erste Volksmusik-Redakteur im Studio Franken, hatte ihn schon in den 80er Jahren als Stimme Unterfrankens ins Volksmusikboot geholt. Los ging's mit "Bayern 1 unterwegs - Radiogrüße live aus…", später moderierte er Heimatspiegel und die gesamtbayrischen Sendungen der "Bayern 1 Volksmusik" und zuletzt war er geschätztes Mitglied im BR Heimat-Team, dem es sehr wichtig war, in "Fränkisch vor 7" Traditionelles immer auch durch die aktuelle Brille zu betrachten.

Trotz Corona sollte die Verabschiedung im Rahmen einer Live-Sendung im Sendegebiet stattfinden, an einem schönen, für Eberhard wichtigen Platz in Franken. Lange brauchten wir nicht zu überlegen, denn nach Jahren der Zusammenarbeit wussten wir: als waschechter Zeiler liegt ihm sehr viel an "seinem" Zeiler Käppele, einem beliebten Wallfahrtsort im Landkreis. Hassberge. Hier war Eberhard Schellenberger schon als Kind und Ministrant sehr gerne und die Gegebenheiten dort ließen eine Live-Sendung auch unter den derzeit schwierigen Umständen zu.

Es sollte eine Sendung mit vielen Überraschungen werden. Redakteur Werner Aumüller begrüßte Eberhard im Berghospiz und eröffnete die Sendung mit einer kurzen Plauderei über Eberhards volksmusikalischen Anfänge und Schwerpunkte.

"Ich plauder halt gern. Ich stell mir ein paar Leut vor, die da draußen zuhören und erzähl ihnen ein bisschen von der Landschaft und von den Leuten.. Wobei es mir auch immer wichtig war, Themen aufzunehmen, die nicht bloß betulich sind - z.B.: der 16. März, die Zerstörung Würzburgs, auch das kann ein Thema in der Volksmusik sein. Das ist wichtig: dass man der Lebensbegleiter der Menschen ist!"

(Eberhard Schellenberger)

In der Sendung haben auch Eleonore und Herbert Frühbauer, stellvertretend für alle Technikkollegen ihre Erinnerungen an viele gemeinsame Sendungen geschildert

"Der Eberhard ist ein Sonnenscheinchen und hat eine große Empathie Leuten gegenüber…."

(Lo Frühbauer)

"Er war immer sehr gut vorbereitet und hat nie einen Gesprächspartner ins Messer laufen lassen, auch wenn er unangenehme Themen angesprochen hat…"

(Herbert Frühbauer)

Dann eröffnete Werner Aumüller dem Ahnungslosen, dass er nun zur nächsten Station weitergehen müsse: ins Käppele hinein, wo Maria Bauer mit Würzburgs Altbischof Friedhelm Hofmann schon wartete. Sonst oft Eberhards Gesprächspartner bei Themen rund um die Passion, kam der Bischof gerne als "Überraschungsgast", der auch gleich einen Ratschlag für den bevorstehenden Ruheständler parat hatte:

"Nicht drängeln, aber auch nicht drücken! Wenn Anfragen kommen, dann ja sagen, aber sich nicht in den Vordergrund spielen und genauso wünsche ich das Ihnen, Herr Schellenberger. Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit habe, Ihnen öffentlich Dank zu sagen für Ihren Journalismus. Sie sind kritisch, aber fair - auch der Kirche gegenüber. Und ich hab mich immer gefreut, dass Sie Leuten eine Stimme gegeben haben, die sonst nicht so zum Zug gekommen wären, die aber verdient haben, dass man auf sie schaut"

(Dr. Friedhelm Hofmann)

Danach ging es weiter zur nächsten Überraschungsstation: die Leiterin der Musikabteilung im Studio Franken, Ursula Adamski-Störmer gab ihr Debüt als Moderatorin in Fränkisch vor 7 und erwartete Eberhard Schellenberger an der Aussichtsplattform mit Blick ins Abt-Degen-Weintal und auf die Stadt Zeil am Main. Ein weiterer Gänsehautmoment für Eberhard, der erzählte, was Heimat für ihn persönlich bedeutet.

"Heimat ist da, wo ich verwurzelt bin, drum bin ich ja auch nie weg"

"Heimat ist da, wo ich verwurzelt bin, drum bin ich ja auch nie weg. Ich vergleich das immer mit dem Main, der ist ja auch ein seltsamer Fluss: der, macht ein Dreieck und ein Viereck, der windet sich durch die Gegend, aber dem gefällt es hier so gut, der will einfach nicht weg - und genauso ist es bei mir."

(Eberhard Schellenberger)

Ohne Verschnaufpause ging es weiter zum Hauptportal vom Käppele, wo "häisd n däisd vomm mee" live für Eberhard spielte. Seit 20 Jahren war die "fränkische Boygroup" Eberhards regelmäßiger Begleiter, sei es auf der Ufra in Schweinfurt oder der Mainfrankenmesse. Als aktueller Journalist schätzt Eberhard die Art und Weise, wie bei "häisd n däisd vomm mee" traditionelle Musik mit brandneuen und frechen Texten verbunden wird. Dieses Talent für Aktualität demonstrierten die sechs Musiker von "hüben und drüben des Mains" auch sogleich mit einem eigens für den angehenden Ruheständler gemachten Lied.

"Als Chef, da hat ers drauf, sei Leut, die senn nern wichtig, er lässt kenn im Stich und is stets umsichtig." ("Ebe-Song" von häisd n däisd vomm mee)

"A Depp kummt net ins Team, da passt er sehr gut auf, meistens tut er loben, selten kriegst der eena drauf!" ("Ebe-Song" von häisd n däisd vomm mee)

Zum Abschluss der Sendung versammelten sich alle Beteiligten im Berghospiz und ein sehr gerührter Eberhard Schellenberger sprach zum letzten Mal "seine" Verabschiedung in einer "Fränkisch vor 7"-Sendung.


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