BR Heimat

Zeit für Bayern Gegen den Verfall

Schloss Eichbichl | Bild: BR / Barbara Leidl

Samstag, 16.01.2021
21:05 bis 22:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BR Heimat

Kulturgut in Gefahr
Denkmalpflege im Wandel der Zeit
Von Susanne Roßbach

Und täglich grüßt die Ritterrüstung
Vom Wohnen im Schloss
Von Barbara Leidl

Wiederholung von 12.05 Uhr, Bayern 2
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Kulturgut in Gefahr
Denkmalpflege im Wandel der Zeit
Von Susanne Roßbach

Bayern hat rund 112.000 Bau- und etwa 55.000 Bodendenkmäler. Darunter sind Schlösser und Kirchen, Bauern- und Bürgerhäuser, Fabriken und die Überreste römischer Villen. Denkmäler sind Zeitzeugen. Jahr für Jahr bemühen sich Denkmalpfleger und Privatleute darum, sie für kommende Generationen zu bewahren.
Die Vorstellungen davon, wie historische Gebäude erhalten werden sollten, haben sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Susanne Roßbach blickt in die Geschichte der Denkmalpflege und geht der Frage nach, wie es heute um den Bestand denkmalgeschützter Gebäude in Bayern aussieht. Was nagt zum Beispiel am Bamberger Dom? Welche Mühen unternimmt die Dombauhütte, um dieses Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert zu erhalten? Die Autorin spricht mit Denkmal- und Heimatpflegern, einem Ehepaar, das mit viel persönlichem Einsatz, ein denkmalgeschütztes Schlösschen aus dem 18. Jahrhundert hergerichtet hat, und mit Handwerkerinnen und Handwerkern, die die praktische Arbeit verrichten, um der Zeit und Umwelteinflüssen entgegen zu wirken.
Doch Zeit und Umwelt sind nur zwei Faktoren, die Kulturgüter gefährden. Die größte Gefahr ist der Mensch selbst. Tag für Tag verschwinden alte Gebäude, um Platz für neue, lukrativere Bauten zu machen. Kann es gelingen, das historische Erbe in Zeiten von steigenden Grundstücks- und Immobilienpreisen wirksam zu schützen?

Und täglich grüßt die Ritterrüstung
Vom Wohnen im Schloss
Von Barbara Leidl

Wer an Schlösser in Bayern denkt, dem fallen wohl zuerst die Prachtbauten des Märchenkönigs Ludwigs II. ein: Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee. Aber es gibt auch viele andere Schlösser in Bayern, die im Baustil eher zweckmäßig sind als prachtvoll. Sie gehören häufig adeligen Familien, die dort auch wohnen und den Spagat schaffen müssen zwischen jahrhundertealter Geschichte, den eigenen Ansprüchen von heute und der Verpflichtung, das Haus fit für die Zukunft zu machen. Schloss Aufhausen im Landkreis Erding ist in fünfter Generation im Familienbesitz. Dort wohnt Georg Freiherr von Hammerstein mit seiner Frau. Es gibt dort zwar neben mehreren Gästezimmern beispielsweise ein Jagdzimmer, einen Salon und ein Kaminzimmer. Die Küche aber musste nachträglich eingebaut werden, sie war früher in einem extra Gebäude untergebracht. Teile der Anlage hat Georg von Hammerstein vermietet, im Rittersaal finden häufig Hochzeiten statt. Aber es gibt auch Familien, die sich bewusst für ein Schloss entscheiden. Rea und Ulrich von Raben haben in den 1990er Jahren Schloss Eichbichl im südlichen Landkreis Ebersberg gekauft und sind mit vier Kindern eingezogen. Damals war es zugig und der Schnee rieselte durchs Dach. Mittlerweile wird das alte Gemäuer mit Geothermie beheizt und in die ehemaligen Schießscharten sind Gäste-WCs eingebaut.
Im Schloss wohnen bedeutet also auch viel Arbeit, immense Ausgaben und lange Gespräche mit dem Denkmalamt. Und manchmal stehen plötzlich ungebetene Gäste im Hausflur, weil sie das Schloss besichtigen wollen …

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