BR Heimat

Katholische Welt San Francesco della Vigna in Venedig

Blick auf Venedig und San Francesco della Vigna | Bild: picture-alliance/dpa/imageBROKER

Sonntag, 22.11.2020
09:05 bis 09:30 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BR Heimat

Ein Kloster am Rand der Lagune
Die Geschichte von San Francesco della Vigna in Venedig
Von Dorette Deutsch
Wiederholung von 8.05 Uhr, Bayern 2
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Im Jahr 1253 wurde den Minderen Brüdern des Franziskaner-Ordens vom Sohn des Dogen Marino Ziani eine Kapelle mit Weingarten zum Geschenk gemacht. Der Legende nach hatte der heilige Franziskus kurz zuvor auf der Insel San Francesco del Deserto Station gemacht, wo ein zweites Kloster der Franziskaner entstand. Zur Zeit der Republik gab es dreihundert Klöster in Venedig, die Napoleon 1806 aufgelöst und in Soldatenunterkünfte verwandelt hatte. Erst 1881 konnten die Patres zurückkehren und das Kloster renovieren. Heute ist San Francesco della Vigna mit seiner prächtigen Palladio-Fassade eines der drei Klöster, die im Stadtgebiet von Venedig erhalten sind und ein wichtiges Kapitel venezianischer Geschichte erzählen. Es sind vor allem zwei Schätze, die das Kloster zu einem besonderen Ort machen: die 200 000 Bände umfassende Bibliothek, darunter eine wertvolle Koranausgabe, und die Produktion eines besonderen Weins, der im Klostergarten angebaut wird. Es ist der älteste Wein Venedigs, dem, laut Kennern, der salzige Duft der Lagune entströmt. Die fünf Patres, die im Kloster leben und im Institut für ökumenische Studien unterrichten, sind wichtiger Bezugspunkt im Stadtviertel Castello und versuchen, mitten im Tourismus ein Stück venezianischen Alltag zu leben.

Glaube und Leben

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