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BR Heimat - Habe die Ehre! Max von Schnurbein von der Kristallmanufaktur Theresienthal

Hermine Kaiser und Max von Schnurbein | Bild: BR/Petra Martin

Mittwoch, 22.05.2019
10:05 bis 12:00 Uhr

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Max Freiherr von Schnurbein hat sich als Banker lange mit Zahlen und abstrakten Geschäften beschäftigt. Seit 13 Jahren leitet er die Kristallmanufaktur Theresienthal in Zwiesel. Hier wird seit 1836 Glas in Handarbeit hergestellt. Er erzählt vom Auf und Ab in diesem alten Kunsthandwerk.
Moderation: Hermine Kaiser

11.00 Nachrichten, Wetter, Verkehr
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Im Bayerischen Wald wird seit über 100 Jahren Glas hergestellt. Die Voraussetzungen sind ideal: Es gibt Holz zum Heizen der Glasöfen und Quarz für das Glas. In der Kristallmanufaktur Theresienthal werden die Gläser auch heute noch so gemacht wie 1836, als die Manufaktur gegründet wurde. Ein böhmischer Glashändler ließ sie in Zwiesel errichten und benannte sie nach der Gattin Ludwigs I., dem König von Bayern: Königin Therese. Das kam nicht von ungefähr, die Belieferung des Königshofs war der Anlass für die Gründung. Die Werkshalle sieht in echt so aus wie auf den alten Fotos - innen und außen. In dem riesigen gemauerten Ofen lodert das Feuer, die Glut leuchtet. Was wie Lava brodelt, ist flüssiges Glas. Wenn es von den Glasmachern verarbeitet wird, ist es wie zähflüssiger Honig. Ganz so wie früher.

Die Manufaktur hat aber auch schwierige Zeiten gesehen. 2001 stand sie vor dem Aus. Damals wurde sie von der BMW-Stiftung gerettet, bei der Suche nach einem Geschäftsführer fand man Max Freiherr von Schnurbein. Ein Waldler durch und durch, der Banker und Forstwirt war. Er ergriff die Gelegenheit gern, wieder in der Heimat, im Bayerischen Wald, zu arbeiten. Dass er von hier ist, war hilfreich - vor allem im Umgang mit den Mitarbeitern. Er bewundert die Kunstfertigkeit seiner Glasmacher, ihre Erfahrung und Übung. In "Habe die Ehre!" ist Max von Schnurbein bei Hermine Kaiser zu Gast und erzählt aus der Glashütte, der Arbeit und seiner Heimat.