BR Heimat

Evangelische Perspektiven Zölibatär evangelisch?

Luther und Katharina von Bora - Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. 1529 | Bild: dpa picture alliance akg-images

Sonntag, 28.04.2019
09:30 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BR Heimat

Zölibatär evangelisch?
Luther, das Ende der Klöster und die Folgen
Von Corinna Mühlstedt
Wiederholung von 8.30 Uhr, Bayern 2
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Die mittelalterliche Gesellschaft reagierte entsetzt, als Martin Luther 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora heiratete. Mit 41 Jahren war er der letzte Mönch des Augustiner-Klosters in Wittenberg, der sich zur Ehe entschloss. Er selbst habe den Zölibat nie als Problem empfunden, betonte der Reformator, mit seiner Hochzeit habe er aber ein Zeichen setzen wollen: Gegen erzwungene Gelübde, heimliche Doppelleben und andere Missstände in den Konventen seiner Zeit. Nach der Reformation galt in lutherischen Kirchen eine klösterliche bzw. zölibatäre Lebensweise jahrhundertlang als Tabu. Erst in jüngster Zeit entdecken manche evangelische Christen einen Lebensstil neu, der dem Vorbild Jesu folgen möchte, und zeigen sich überzeugt: Fundamental für das Gelingen eines zölibatären Lebens sind absolute Freiheit und eine tiefe spirituelle Verankerung. Die Sendung spürt in Gesprächen einem Lebensstil nach, der bis heute eine längst noch nicht aufgearbeitete ökumenische Herausforderung darstellt.