BR Heimat

Bayern - Land und Leute "Buffalo Bill's Wild West Show" in München

Sonntag, 25.09.2016
15:05 bis 16:00 Uhr

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Sympathie für die Roten
"Buffalo Bill's Wild West Show" in München
Von Justina Schreiber
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Wiederholung von 13.05 Uhr, Bayern 2

Der Bisonjäger William Frederick Cody, auch Buffalo Bill genannt, war der berühmteste Veranstalter der sogenannten "Wild West Shows". Die spektakulären Darbietungen seiner Truppe, die den Überlebenskampf der europäischen Siedler in den USA glorifizierten, wurden in Deutschland erstmals am 19. April 1890 aufgeführt - in München. Prinz Ludwig von Bayern und sein Hofstaat zählten zu den Ehrengästen.

Drei Jahre später gab die "Wild West Show" mit hundert Indianern, Bisons und 180 Pferden auch ein Gastspiel auf dem Münchner Oktoberfest. Das Zeltlager der Darsteller stand den Wiesn-Besuchern offen; man konnte Rothäute und Cowboys bei ihren angeblich alltäglichen Verrichtungen im Wilden Westen bestaunen. Atemberaubende Schießereien und wilde Reiterszenen gehörten zum Programm, mit dem Buffalo Bill (1846-1917) zum Mitbegründer des modernen Showbusiness wurde. Ihm war es gelungen, auch berühmte indianische Häuptlinge wie den einst gefürchteten Sitting Bull als Mitwirkende zu engagieren.

Die Wild West Shows, die den Sieg der "Weißen" über die Ureinwohner als Motiv hatten, gab es lange vor dem Massaker am 29. Dezember 1890 in der Nähe von Wounded Knee/South Dakota. Damals drängte die amerikanische Armee die Sioux-Indianer in Reservaten zusammen. Die "Wilden" waren endgültig gezähmt.

Justina Schreiber schildert am Beispiel der "Buffalo Bill's Wild West Show" ein Spektakel, das wenig mit historischen Tatsachen und viel mit klingenden Münzen zu tun hatte.