BR Heimat

Zeit für Bayern Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Sonntag, 10.07.2016
13:05 bis 14:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BR Heimat

Ökokatastrophen, Räuber und grüne Zukunft
Das altbayerische Donaumoos
Von Renate Eichmeier

Wie die Donau nach Franken kam<strong>
</strong>30 Jahre Fränkisches Seenland<strong>
</strong>Von Wolfgang Suk

Wiederholung von 12.05 Uhr, Bayern 2
<em>Als Podcast verfügbar</em>

Ökokatastrophen, Räuber und grüne Zukunft<strong>
</strong>Das altbayerische Donaumoos
Von Renate Eichmeier

Das Donaumoos zwischen Ingolstadt, Neuburg an der Donau und Pöttmes ist das größte zusammenhängende Niedermoor Süddeutschlands. Was sich heute als beschauliche Landschaft präsentiert, war bis vor etwa 200 Jahren ein unzugängliches Sumpfgebiet, dessen Irrlichter die Fantasie der Menschen in der Umgebung anregten. In den 1790er Jahren begann seine Trockenlegung. Siedler aus ganz Bayern kamen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, versanken aber in der Regel in Schulden und Armut: Es folgten soziale Spannungen und spektakuläre Verbrechen, die die "Mösler" bis weit ins 20. Jahrhundert in Verruf brachten.
Diese Zeiten sind vorbei. Dafür kämpft das Donaumoos mit Umweltproblemen im Zusammenhang mit der Entwässerung und landwirtschaftlichen Nutzung: Der Torfboden schwindet, er oxidiert an der Luft, wodurch das Moos zu einem der größten CO2-Emittenten Bayerns wird. Dazu steigt die Gefahr von Hochwasserkatastrophen. Seit 1996 klärt die Umweltbildungsstätte "Haus im Moos" in Karlshuld über Geschichte und Ökologie des Donaumooses auf. Auf dem dazugehörigen Freigelände lebt die größte Wisentherde Bayerns. Ziel ist es, Alternativen zur bisherigen landwirtschaftlichen Intensivnutzung zu finden: eine extensive Weidehaltung, die den Torfkörper schont und das Moos langfristig erhält.


Wie die Donau nach Franken kam - 30 Jahre Fränkisches Seenland<strong>
</strong>Von Wolfgang Suk

Alles begann mit einer Vision des mittelfränkischen Landtagsabgeordneten Ernst Lechner. Weil sich Mitte der 1960er Jahre die Wasserqualität in Nordbayern dramatisch verschlechtert hatte, schlug der später als „Vater des Seenlands“ bekannt gewordene Lechner vor, aus dem wasserreichen Süden des Freistaats Donau- und Altmühlwasser in den trockenen Norden umzuleiten. Dadurch sollte gleichzeitig die Hochwassergefahr an der Altmühl verringert werden. Für seine Idee, aus der einst als Armenhaus Bayerns bezeichneten, strukturschwachen Region in Westmittelfranken damit ein Urlaubsparadies zu machen, wurde Lechner anfangs noch belächelt. Doch die Vision ist längst Wirklichkeit geworden. Im Jahr 1986 wurde der Altmühlsee, der erste von vier Seen, eingeweiht. Wie hat sich die Region seitdem verändert? Wer hat profitiert, welche unangenehmen Auswirkungen gab und gibt es noch heute. Und wär so ein Projekt in der jetzigen Zeit überhaupt noch durchzusetzen? Wolfgang Suk folgt für sein Feature aus der Reihe „Zeit für Bayern“ dem Weg des Wassers von Süd nach Nord und spricht mit Gast- und Landwirten, Politikern und Anwohnern im Fränkischen Seenland und fragt nach, ob sich der enorme Aufwand wirklich gelohnt hat.

Akustische Reisen durch Bayern Regionen

"Zeit für Bayern" bietet die Gelegenheit, alle Regionen Bayerns näher kennen zu lernen und neu zu erfahren. "Zeit für Bayern" ist bayerisches Leben und bayerisches Lebensgefühl abseits aller Klischees. Das "Bayern genießen-Magazin" mit Beiträgen aus den sieben bayerischen Regierungsbezirken gibt es in der Regel jeweils am ersten Samstag des Monats.

"Zeit für Bayern" - sollte jeder haben!