BR Heimat

BR Heimat - Habe die Ehre! Polarlichtfotograf Bernd Römmelt

Michael Hafner und Bernd Römmelt  | Bild: BR/Julia Müller

Donnerstag, 24.09.2020
10:05 bis 12:00 Uhr

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BR Heimat

Wenn in Bayern der Herbst Einzug hält, ist es in Nordeuropa schon ziemlich finster. Die Zeit der Polarlichter beginnt, eine zauberhafte Leuchterscheinung, die die Menschen seit jeher fasziniert. Viel Geduld muss ein Fotograf mitbringen, wie Bernd Römmelt im Ratsch mit Michael Hafner erzählt.

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Es gehört mit Sicherheit zu den faszinierendsten Naturschauspielen überhaupt: das Polarlicht, die zauberhafte Leuchterscheinung, die den Himmel in der Nähe von Nord- und Südpol zur Bühne ihres Farbenspiels macht. Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes aus der Magnetosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren.

Verständlich, dass die Tourismusbranche in den Nordländern um die Anziehungskraft ihres Nordlichts weiß und mit tollen Bildern um Wintergäste für die in dieser Jahreszeit sehr dunkle und zapfig kalte Region wirbt. Dass das Lichtschauspiel auch im Winter keineswegs garantiert ist, weil zum Beispiel Wolken den Himmel verhängen oder einfach kein Polarlicht entsteht, und der Nordlicht-Fan eine Woche lang vergeblich nach oben blickt, wird in den Reiseprospekten nicht so gerne thematisiert. Umso bemerkenswerter ist das, was der aus München stammende Fotograf Bernd Römmelt von seinen Nordland-Reisen mitgebracht hat.

In seinem Bildband „Polarlichter - Sonnenzauber am Nachthimmel“ (Knesebeck-Verlag, 29,95 Euro) sind die 150 der besten Polarlicht-Aufnahmen aus seiner fast 20 Jahre dauernden Fotokarriere zu sehen. Sämtliche Anrainerstaaten der Arktis hat Bernd Römmelt bereist - Alaska, Nordkanada, Grönland, Island, Skandinavien -, um das magische Himmelsschauspiel über möglichst vielen Landschaftsformen mit seiner Kamera einzufangen. Wie gut ihm das gelungen ist, beweist ein Klick in die Bild-Galerie hier auf der Seite. Solch perfekte Fotos verlangen nach Geduld, Kälteresistenz des Fotografen und seiner Ausrüstung, der Bereitschaft auf Schlaf zu verzichten und vor allem nach dem großen Glück, dass das Polarlicht überhaupt zustande kommt. Wer das Buch durchblättert, könnte Lust bekommen, das Polarlicht einmal mit eigenen Augen zu erleben. Doch er sollte sich des Risikos bewusst sein und nicht vergessen: Nicht jede Winterreise in den hohen Norden wird mit dem Nordlicht belohnt.
(Erstsendung: 12.12.16)